Rund 1.000 Aktivisten dringen in Braunkohle-Tagebau ein: Polizisten gebissen und Hand gebrochen

Rund 1.000 Aktivisten dringen in Braunkohle-Tagebau ein: Polizisten gebissen und Hand gebrochen
Über 2.500 zum Teil gewaltbereite Anti-Kohle-Aktivisten protestierten am Sonntag gegen den Braunkohle-Abbau in Deutschland. Mehrere Hundert der Demonstranten spalteten sich von der Demo ab und drangen anschließend auf das Gelände des Tagebaus Hambach ein, um für einen Kohleausstieg zu demonstrieren. Als die Polizei versuchte, die Demonstranten aufzuhalten, kam es zu Zusammenstößen.

Die Polizei setzte Tränengas ein. Laut Polizeibericht handelte es sich um rund 1.000 Personen, die sich widerrechtlich in den Hambacher Tagebau begeben haben. Weiter heißt es dort: "Während ein Teil der Aktivisten im Westen des Tagebaus und auf einer Rampe zur ersten Sohle von den eingesetzten Polizeikräften aufgehalten werden konnte, gelang es weiteren, unter erheblichen Gefahren, bis auf die erste Sohle vorzudringen. Mithilfe starker Kräfte, auch der berittenen Polizei, konnten die Beamten die Besetzung des dort stehenden Baggers verhindern. Vereinzelte Angriffe von Aktivisten auf Polizeibeamte mussten mit dem Einsatz von Pfefferspray abgewehrt werden. Bei Widerstandshandlungen wurden zwei Polizisten verletzt. Einem Beamten wurde eine Hand gebrochen, ein weiterer Beamter wurde gebissen."

Alle Aktivisten, die in den Tagebau eingedrungen sind, werden wegen Hausfriedensbruchs angezeigt. "In diesem Zusammenhang wurden mehr als 1.000 Freiheitsentziehungen durchgeführt", schreibt die Polizei. Bis auf zwei Personen sind mittlerweile aber alle in Gewahrsam genommenen wieder auf freien Fuß. Zwei Männer werden heute wegen Widerstands gegen Polizeibeamte dem Haftrichter vorgeführt.

Am Montag startet die Weltklimakonferenz in Bonn. Das Aktionsbündnis von "EndeGelaende" hat zu vielseitigen Protestaktionen gegen den weiteren Abbau von Braunkohle aufgerufen.

Auf der Webseite der Protestaktion heißt es: "Im Herbst 2017 finden die internationalen Klimaverhandlungen zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens in Bonn statt. Doch direkt nebenan im rheinischen Kohlerevier, Europas größter CO2-Quelle, wird weiter der klimaschädlichste Energieträger abgebaut und verfeuert. Deutschland ist Weltmeister bei der Förderung des Klimakillers Braunkohle. Um katastrophale Folgen des Klimawandels zu verhindern, muss die Kohle im Boden bleiben! Wir haben 2017 Gelegenheit, auf die verheerenden Versäumnisse deutscher und internationaler Klimapolitik aufmerksam zu machen und den sofortigen Kohleausstieg einzuleiten."

Skeptiker bezweifeln hingegen einen nennenswerten Einfluss menschlichen Handelns und Wirtschaftens auf die Entwicklung des Klimas und sehen im so genannten Klimaschutz einen willkommenen Vorwand für interessierte politische Kräfte, um finanzielle Belastungen der Bevölkerung und Einschnitte in deren Handlungsfreiheit zu rechtfertigen. US-Präsident Donald Trump hat im Frühjahr angekündigt, dass die Vereinigten Staaten aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen werden.