Schulz attackiert Merkel für Flüchtlings- und Türkeipolitik

Schulz attackiert Merkel für Flüchtlings- und Türkeipolitik
Viele Zuschauer hatten gestern bei dem einzigen Duell der Kandidaten für das Bundeskanzleramt vor den Bundestagswahlen am 24. September den Eindruck, dass sich beide Duellanten in den meisten Bereichen einig sind. An einigen Stellen jedoch zeigte sich Merkels Herausforderer Martin Schulz dann aber doch angriffslustig. Dass die amtierende Bundeskanzlerin ihre Politik während der Flüchtlingskrise 2015 genauso wiederholen würde und für richtig halte, wollte der SPD-Kandidat so nicht hinnehmen.

Seiner Meinung nach habe es Bundeskanzlerin Angela Merkel durch ihr eigenmächtiges Handeln verursacht, dass Deutschland mit vielen Problemen rund um die Flüchtlingskrise alleine dasteht. Sie hätte, so Schulz, im Vorfeld eine europäische Einigung erreichen müssen, denn dann hätten sich Länder wie Ungarn, Rumänien und Polen ihrer Verantwortung, auch Flüchtlinge aufzunehmen, nicht entziehen können. Sollte er Kanzler werden, so Schulz, würde er jenen Ländern bei weiterer Aufnahmeverweigerung die EU-Hilfen streichen wollen. Auch in der Frage des Umgangs mit der Türkei empfindet er die Bundeskanzlerin zu lasch und forderte "klare Kante" gegen den türkischen Präsidenten Erdogan, denn "alle roten Linien wurden bereits überschritten".

Auf die Frage, ob die SPD sich wieder auf eine Große Koalition einlassen würde, wollte Schulz nicht klar antworten oder dies gar ausschließen. Viele Menschen befürchten bereits ein: „Weiter so.“

Eine Einschätzung überwog in Umfragen zu den beiden Kandidaten nach dem Duell klar: "Kein Unterschied."