Ostsee: NATO lässt Bomben aus Weltkriegen am Meeresgrund explodieren

Ostsee: NATO lässt Bomben aus Weltkriegen am Meeresgrund explodieren
An der diesjährigen NATO-Übung "Open Spirit 2017" auf der Ostsee vom 18. bis 31. August waren Truppen aus 15 Nationen beteiligt. Im Rahmen dieser wurden Minen und Bomben auf dem Grund der Ostsee neutralisiert. Insgesamt räumten die Teilnehmer 20 Quadratkilometer Meeresboden von den tödlichen Weltkriegsüberbleibseln. Im Rahmen der Operation wurden auch zwei Sprengsätze direkt am Meeresboden gesprengt.

Noch immer liegen Unmengen von Bomben und Granaten aus dem 1. und 2. Weltkrieg verstreut in der Ostsee. Man schätzt, dass über 1,5 Millionen Tonnen konventioneller und 200.000 Tonnen chemischer Kampfmittel auf dem Meeresgrund vor sich hin rotten. Der Großteil davon wurde, als man die Munitionsbestände Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg auflösen wollte, einfach ins Meer geworfen. Das Gift verteilt sich mehr und mehr in Tieren und Natur, die Missbildungen und Krebserkrankungen bei den Meereslebewesen verursachen. Mehrfach waren bereits bei Ostseefischen sehr hohe Arsenwerte gemessen worden. Immer wieder wird Weißer Phosphor an die Küsten gespült. Auch das Sprengen der tödlichen Weltkriegsüberbleibsel hat verheerende Folgen, denn so werden Kampfmittel und Giftstoffe weitläufig verbreitet. Außerdem starben Fische in mehrern hundert Metern Umkreis. Experten und Naturschützer beharren darauf, dass einzig die Bergung der Bomben der richtige Weg sei und das schnell. Denn die Bomben rosten. In den nächsten Jahrzehnten könnten dadurch Unmengen an Kampfstoffen freigesetzt werden, wenn die Bomben durchrosten. Die Bergung ist allerdings sehr aufwendig und teuer. Es wäre ein Multimilliarden-Projekt, sie alle zu bergen.  

Quelle: AiirSource Military