Gefängnis in Mossul: Angebliche IS-Anhänger wie Tiere eingepfercht

Gefängnis in Mossul: Angebliche IS-Anhänger wie Tiere eingepfercht
In einer 24 Quadratmeter großen Zelle sollen über vier Monate lang 114 Männer eingepfercht worden sein, wie eine Aktivistin von Human Rights Watch erklärte. Die Männer werden verdächtigt, dem IS anzugehören. Die jüngsten Aufnahmen zeigen eine Gefängniszelle bei Mossul. Fast 400 Männer sitzen hier ein. Die Männer sitzen eng aneinander auf dem Steinboden, viele von ihnen sehen unterernährt aus, haben die Hände auf dem Rücken gefesselt.

Es soll laut HWR weder Betten noch Duschen geben. Viele der Männer sitzen demnach bereits seit Monaten ohne Anklage ein. Bereits im März berichtete HRW: "Das irakische Innenministerium hält mindestens 1.269 Inhaftierte, darunter Jungen von etwa 13 Jahren, ohne Anklage unter schrecklichen Bedingungen und mit eingeschränktem Zugang zu medizinischer Versorgung in drei behelfsmäßigen Gefängnissen fest. Mindestens vier Gefangene sind gestorben in Fällen, die mit einem Mangel an ordnungsgemäßer medizinischer Versorgung und schlechten Bedingungen verbunden zu sein scheinen. Zwei Beine von Gefangenen wurden amputiert, anscheinend infolge mangelnder Behandlung eigentlich behandelbarer Wunden." 

Seit Wochen häufen sich die Berichte darüber, dass irakische Truppen im Kampf um die Millionenstadt Mossul Menschenrechtsverletzungen, Folter und Misshandlungen begehen und zwar unter dem Vorwand, dass die Opfer dem IS angehören würden. Ein Fotograf, Ali Arkardy, begleitete eine irakische Elite-Sondereinheit in Mossul und wurde Zeuge schrecklicher Gewalt. Mindestens sechs Fälle von Folter und Hinrichtungen an Zivilisten hielt er auf Band fest. Später behauptete er, dass dies die ganze Zeit geschehe. 

Eigentlich hatte Arkady geplant, eine "positive Dokumentation" über den Kampf der Eliteeinheit gegen den IS zu produzieren, nämlich darüber, wie Sunniten und Scheiten erfolgreich zusammen kämpfen können. Er begleitete sie mehrere Monate. Irgendwann fingen sie an, ihm zu vertrauen und ließen ihn überall dabei sein. Er sah, wie sie ihre Gefangenen folterten und sollen ihm später sogar ein Video gezeigt haben, in dem sie einen gefesselten Mann erschießen.