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Wie händelt Russland die Corona-Krise? Putin spricht über mögliche Lockdown-Lockerungen

Wie händelt Russland die Corona-Krise? Putin spricht über mögliche Lockdown-Lockerungen
Seit Ende März steht Russland wegen des Coronavirus still. Fast alles ist geschlossen, und der Großteil der Menschen muss zu Hause bleiben. Nun spricht man erstmals vorsichtig über Lockerungen des Lockdowns. Diese werden regional entschieden und je nach Neu-Ansteckungsrate abgewogen werden. Wie der russische Präsident betonte, muss jede Lockerung genau überlegt und auf Experteneinschätzungen basieren, da vorschnelles Handeln, zu einem Rückschlag, gar zu einem Zusammenbruch führen könnte.

Besonders Moskau ist von der Corona-Pandemie betroffen und das russische Virus-Epizentrum. Von den rund 165.000 Infizierten in dem riesigen Land kommen 85.000 aus Moskau. Wie der Bürgermeister der Millionenstadt, Sergei Sobjanin, erklärte, hänge dies aber vor allem damit zusammen, dass man die Tests auf das Virus massiv hochgefahren habe. Es müsse nicht unbedingt bedeuten, dass die Infektionsrate ansteigt:

Die Dynamik des Anstiegs bei der Erkennung der Infektion ist kein direktes Zeichen für den Anstieg der Infektionsrate. Zunächst einmal ist sie ein Zeichen für den Umfang der Tests, die durchgeführt werden, und den Nachweis des Virus.

In den vergangenen Wochen sind in Moskau 45 Testzentren eingerichtet worden, die rund um die Uhr in Betrieb sind. Seit Anfang April habe man die Tests auf das Virus verdoppelt. 

Die Screening-Tests unter verschiedenen Personengruppen haben gezeigt, dass die tatsächliche Zahl der COVID-19-Fälle nur zwei Prozent der Gesamtbevölkerung Moskaus ausmacht. Dies ist die niedrigste Zahl unter den von der Pandemie betroffenen Großstädten [auf der Welt]. Wir haben es geschafft, die Ausbreitung des Virus einzudämmen dank der Disziplin der Moskauer und der Unterstützung von Selbstisolierungsmaßnahmen", so der Bürgermeister auf seiner Webseite.

Gestern betonte er zudem:

Seit zwei Wochen hat der Krankenhausaufenthalt von Patienten nicht zugenommen, die Anzahl schwerer Patienten, die in ein Krankenhaus eingeliefert werden müssen, hat sich nicht erhöht. Es liegt ungefähr auf dem gleichen Niveau, was im Allgemeinen auf eine gewisse Stabilisierung der Situation hinweist.

Ab nächster Woche Dienstag sollen deshalb wieder die Industrieanlagen und Baustellen öffnen dürfen. Dienstleistungen, die eng am Kunden vollbracht werden, wie kleine Einzelhändler, Friseure, Schönheitssalons und andere Unternehmen im Dienstleistungssektor müssten aber geschlossen bleiben, da hier ein besonders hohes Infektionsrisiko bestehe.

Der russische Präsident Wladimir Putin betonte während der Videokonferenz am Mittwoch, es sei Sache der Beamten in den anderen Regionen des Landes zu entscheiden, ob es möglich ist, die seit Ende März bestehenden Sperrmaßnahmen zu lockern.

Putin warnte aber, dass Vorsicht geboten sei, um eine neue Ansteckungswelle und einen Rückfall zu verhindern.

Es ist wichtig, einen vernünftigen, gesicherten Aktionsplan für jede Region des Landes zu haben, der die Meinungen von Spezialisten berücksichtigt. Wir sehen, dass die Situation mit der Verbreitung des Coronavirus in jeder der Regionen unterschiedlich ist. In der einen Region müssen harte, gerechtfertigte Präventivmaßnahmen beibehalten oder sogar verschärft werden, und in einer anderen Region ist es möglich, in gerechtfertigten Fällen eine Lockerung dieser Maßnahmen zu planen. Dies ist jedoch nur auf der Grundlage der Meinung von Wissenschaftlern und Spezialisten und unter Berücksichtigung aller Faktoren und möglichen Risiken möglich. Ich betone noch einmal: Wir dürfen nicht vorschnell handeln. Jede Nachlässigkeit oder Eile kann zu einem Zusammenbruch, zu einem Rückschlag führen. Der Preis des geringsten Fehlers ist die Sicherheit, das Leben und die Gesundheit unserer Menschen. Deshalb ist die Verantwortung für jede Entscheidung extrem hoch.

Da die Eindämmungsmaßnahmen für viele Menschen und Unternehmen auch teils massive wirtschaftliche Folgen haben, hat die russische Regierung einen Rettungsschirm auf die Beine gestellt. 

Wirtschaftliche Hilfen werden in Form von Direktzahlungen an Familien mit Kindern, Angestellte im Medizinbereich sowie die Erhöhung der Leistungen für diejenigen, die nach dem 1. März einen vorübergehenden Arbeitsverlust erlitten haben geleistet. Unternehmen erhalten staatliche Subventionen und Gehaltsdarlehen, damit sie ihre Beschäftigungsverhältnisse aufrechterhalten können und zinsgünstige Kredite. Steuern, Kredite, Mietzahlungen können aufgeschoben werden.

Wie Gesundheitsminister Muraschko erklärte, befinden sich von den 165.000 Corona-Infizierten etwa 80.000 Menschen in Krankenhäusern, 1.133 Patienten müssten mechanisch beatmet werden, darunter vier Kinder.

Die schwere Form der Krankheit tritt häufiger bei Patienten über 60 Jahren auf, bei Patienten mit arterieller Hypertonie, Diabetes mellitus und Fettleibigkeit, und wir sehen, dass Männer schwerer krank sind als Frauen, präzisierte er.

Den Krankenhäusern drohe bislang keine Überbelastung, denn erst 64 Prozent seien belegt, und man habe rechtzeitig weiterreichende Kapazitäten geschaffen.

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