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Grüße aus dem Glashaus: USA beschuldigen Russland, Kinder im Visa-Streit als Geiseln zu nehmen

Grüße aus dem Glashaus: USA beschuldigen Russland, Kinder im Visa-Streit als Geiseln zu nehmen
US-Botschaft in Moskau
Der diplomatische Streit zwischen Russland und den USA trifft eine weitere Sphäre des diplomatischen Zusammenlebens. Nachdem die USA sich weigerten, Russischlehrern für die Botschaftsschule in Washington Visa auszustellen, antwortet Moskau auf die gleiche Weise.

Die Vereinigten Staaten und Russland beschuldigten sich am Mittwoch gegenseitig, Kinder als politische Geiseln zu benutzen, nachdem Dutzende Lehrer einer englischsprachigen Schule in Moskau keine Visa bekommen hatten. Die Schule wird von westlichen Diplomaten unterstützt.

US-Botschafter Jon Huntsman teilte mit, dass 30 Lehrer, die nächsten Monat in Moskau ankommen sollten, keine Visa bekommen hätten. Ein Schritt, der die Anglo-Amerikanische Schule in Moskau zwingen könnte, die Zahl der Schüler zu reduzieren, so der Diplomat. Er erklärte:

Kinder sollten nicht als Schachfiguren in diplomatischen Streitigkeiten benutzt werden.

Huntsman hofft, das Problem vor Beginn des Schuljahres lösen zu können.

Moskau gab Washington die Schuld an dem Streit und erklärte, dass es gezwungen worden war, auf die Behandlung seiner Diplomaten und Botschaftslehrer in den Vereinigten Staaten durch die USA zu reagieren.

Maria Sacharowa, die Sprecherin des Außenministeriums, warf Washington vor, den Visakrieg vor zwei Jahren begonnen zu haben, als man es Moskau erschwert hatte, die Rotation seines diplomatischen Personals in den Vereinigten Staaten zu gewährleisten.

Sie wies auch darauf hin, Washington erwarte von Russland, diplomatische Visa für die Lehrer in Moskau auzustellen, obwohl es nicht bereit sei, gleichwertige Visa für russische Lehrer, die in einer Schule auf dem Gelände der russischen Botschaft in Washington arbeiten, auszustellen.

Russland sei bereit, den betroffenen Englischlehrern Visa auszustellen, sobald die Vereinigten Staaten das Gleiche für russisches diplomatisches Personal tun würden, fügte sie hinzu. Sie bezeichnete die Schüler der Moskauer Schule als "Geiseln der US-amerikanischen Diplomatie".

Mitarbeiter der US-Botschaft in Moskau wollte mit Mörsergranate im Gepäck nach New York fliegen (Symbolbild)

Ursprünglich im Jahr 1949 von der US-amerikanischen, britischen und kanadischen Botschaft für Diplomatenkinder gegründet, wird die Anglo-Amerikanische Schule in Moskau heute von 1.200 Schülern besucht. Dazu gehören Kinder von Botschaftern, anderen Auslandsgesandten und wohlhabenden Russen.

Letzte Woche habe das russische Außenministerium der US-Botschaft in Moskau mitgeteilt, dass es keine Visa für die neuen Lehrer ausstellen werde, so ein Schreiben der US-Diplomatin Heather Byrnes an die Eltern.

Das Schreiben warnte die Eltern vor "schwerwiegenden Folgen" für die Schule und erklärte, dass die Anzahl der Schüler möglicherweise reduziert werden könnte.

Die Beziehungen westlicher Staaten zu Moskau sind seit dem Jahr 2014 angespannt, als die Vereinigten Staaten und die Europäische Union Russland wegen der Wiedervereinigung mit der Krim mit Sanktionen belegten. Andere Streitpunkte reichen von Syrien bis hin zum angeblichen Giftanschlag auf einen ehemaligen russischen Spion in Großbritannien.

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