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Nach US-Atomwaffentests: Strahlenbelastung auf Marshallinseln höher als in Fukushima und Tschernobyl

Nach US-Atomwaffentests: Strahlenbelastung auf Marshallinseln höher als in Fukushima und Tschernobyl
Die Strahlungswerte auf den Marshallinseln im Pazifik, auf denen die USA zwischen 1946 und 1958 insgesamt 67 Atomtests durchgeführt haben, sind in einigen Teilen laut einer kürzlich veröffentlichten Studie sogar höher als in Fukushima und Tschernobyl.

Die von Wissenschaftlern der Columbia University in New York veröffentlichte Studie ergab, dass die untersuchten Bodenproben von vier der unbewohnten Inseln Strahlungswerte enthalten, die "signifikant" höher sind als die an den Standorten der beiden Katastrophengebiete in Japan und der Ukraine. Auf einer der Inseln wurden die Konzentrationen radioaktiver Partikel um eine Magnitude von 1.000 festgestellt.

Symbolbild: Test der Hydrogenbombe

Besonders beunruhigend war der Fund von Plutonium-238 auf Naen, einer Insel im Rongelap-Atoll, etwa 160 Kilometer von den Teststandorten auf Bikini, Enjebi und Runit entfernt. Jenes Isotop ist kein Produkt von radioaktivem Niederschlag, sondern wird im Allgemeinen mit nuklearen Abfällen in Verbindung gebracht, was die Möglichkeit erhöht, dass Naen als Deponie genutzt wurde.

"Wir können nicht mit Sicherheit sagen, dass dies der Fall war", sagte Ivana Nikolic Hughes, Chemieprofessorin an der Columbia University und eine der Autoren der Studie. "Aber Menschen sollten nicht auf der Insel Rongelap leben, bis dies aufgeklärt wird."

Eine weitere Studie testete Früchte von mehreren Inseln und stellte fest, dass die Kontaminationsniveaus in Ländern, die von nuklearen Katastrophen betroffen waren – darunter Russland, die Ukraine, Weißrussland und Japan – über dem Sicherheitsniveau lagen.

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Die US-Regierung führte zwischen 1946 und 1958 insgesamt 67 Atomtests auf den südpazifischen Inseln während ihres frühen Wettrüstens mit der Sowjetunion durch. Die Tests hinterließen eine Spur der Kontamination auf 21 Inseln zwischen Hawaii und Australien. Obwohl sie nur sechs Prozent der gesamten US-Atombombentestaktivitäten ausmachten, waren die Detonationen für mehr als die Hälfte der gesamten verbrauchten Energie verantwortlich.

Et voilà: Was viele schon vermuteten, nun in einer fast offiziellen Grafik.

Die bekannteste von ihnen fand auf dem Bikini-Atoll statt, auf dem die Kernwaffentestoperationen Operation Crossroads und Operation Castle in den Jahren 1946 bzw. 1954 durchgeführt wurden. Erstere wurde als "die erste nukleare Katastrophe der Welt" bezeichnet, während letztere zu einer Explosion (Castle Bravo) führte, die 1.000 Mal stärker als der US-Angriff auf Hiroshima und Nagasaki während des Zweiten Weltkriegs war.

Die Bewohner des Bikini-Atolls wurden von der Insel evakuiert, um Platz für die Tests zu schaffen, und auf das kleinere, unbewohnte Rongerik-Atoll umgesiedelt. Die Bikinianer kämpften von nun an ums Überleben und hatten seither zweimal versucht, die Insel zu verlassen. Die US-Regierung hatte ihnen eine Rückkehr auf das Bikini-Atoll versprochen, sobald dieses sicher sei.

Im Jahr 1968 ließ der damalige US-Präsident Lyndon Johnson mehrere hundert Bewohner auf die Insel zurückkehren. Kurz darauf fanden die Forscher heraus, dass die nukleare Kontamination in die Nahrungskette eingedrungen war. Aufgrund der erhöhten Strahlung evakuierte man die Bewohner erneut und zwang sie, ihren Besitz, ihre Hütten und die Insel zurückzulassen. Seit dem Jahr 1978 sind keine Bewohner mehr auf die Insel zurückgekehrt.

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