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"Eure Großväter kamen in Särgen zurück": Erdoğan brüskiert Neuseeland und Australien

"Eure Großväter kamen in Särgen zurück": Erdoğan brüskiert Neuseeland und Australien
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sorgte mit seinen jüngsten Äußerungen für einen Eklat.
Immer noch müssen die Menschen in Christchurch darauf warten, Abschied von den Opfern des Massakers vom 15. März zu nehmen. Am Freitag will Neuseeland zwei Schweigeminuten einlegen. Es gibt auch diplomatischen Ärger. Grund dafür: Äußerungen des türkischen Präsidenten.

Fünf Tage nach dem Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland sind am Mittwoch die ersten Todesopfer beigesetzt worden. Dabei handelte es sich um einen Vater und seinen Sohn, die erst vor wenigen Monaten als Flüchtlinge aus Syrien nach Christchurch gekommen waren. Am Freitag will das ganze Land mit zwei Schweigeminuten der insgesamt 50 Todesopfer gedenken. Unterdessen sorgte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan mit Wahlkampf-Äußerungen zu dem Anschlag für Verärgerung.

Der italienische Innenminister und stellvertretende Premierminister Matteo Salvini nach einer Pressekonferenz am 11. Februar 2019 in Rom.

Die beiden Syrer wurden auf einem Friedhof beigesetzt, der sich nur einen Kilometer von einer der beiden Moscheen entfernt befindet. Im Islam ist es eigentlich üblich, Tote innerhalb von 24 Stunden zu beerdigen. Wegen der kriminaltechnischen Ermittlungen müssen die Familien auf die Freigaben der Leichen jedoch viel länger warten als üblich. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sind alle 50 Todesopfer Muslime. Der mutmaßliche Täter – ein 28 Jahre alter Rechtsextremist aus Australien – sitzt in Untersuchungshaft.

Premierministerin Jacinda Ardern bat die Hinterbliebenen, weiter Geduld zu haben. "Ich weiß, wie schwierig und frustrierend das langsam aus Sicht der Familien ist", sagte sie bei einem weiteren Besuch in Christchurch. Bis Mittwochabend wurden erst 30 der 50 Toten freigegeben. Noch 29 Verletzte werden in verschiedenen Krankenhäusern behandelt. Unter den acht Menschen, die noch im "kritischen Zustand" sind, ist auch ein vierjähriges Mädchen.

Eine Woche nach der Tat will Neuseeland am Freitag zwei Schweigeminuten einlegen. Zur Tatzeit soll das ganze Land stillstehen. Ardern kündigte auch an, dass es zu einem späteren Zeitpunkt in Christchurch eine nationale Trauerfeier geben soll. Für die Hinterbliebenen sind inzwischen mehr als fünf Millionen Euro auf einem Spendenkonto eingegangen.

Unterdessen gibt es infolge des Anschlags auch diplomatischen Streit. Australien bestellte am Mittwoch wegen Bemerkungen von Präsident Erdoğan den türkischen Botschafter ein. Der konservative Premierminister Scott Morrison warf Erdoğan vor, im Ersten Weltkrieg gefallene australische und neuseeländische Soldaten "hochgradig beleidigt" zu haben. Morrison weigerte sich auch, eine Entschuldigung anzunehmen. Ardern ging zunächst nicht näher auf die Äußerungen ein.

Erdoğan hatte bei einem Auftritt vor den türkischen Kommunalwahlen Ende März den Anschlag als Angriff auf den Islam und auch auf die Türkei verurteilt. Zugleich warnte er, dass Australier mit antimuslimischer Gesinnung das gleiche Schicksal erleiden könnten wie Soldaten, die im Ersten Weltkrieg gegen das Osmanische Reich gekämpft hatten. 

"Ihr werdet nicht in der Lage sein, Istanbul in Konstantinopel zu verwandeln. Eure Großväter kamen hierher und sahen, dass wir hier waren, und dann kehrten einige zu Fuß zurück, einige in Särgen", so Erdoğan während der Wahlkampfveranstaltung. Er verlangte zudem die Todesstrafe für den Täter und fügte hinzu:

Wenn Neuseeland ihn nicht zur Rechenschaft zieht, werden wir dies tun – auf die eine oder andere Weise.

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(dpa/rt deutsch)

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