Fußball-WM in Russland: Frankreich zum zweiten Mal Fußball-Weltmeister

Fußball-WM in Russland: Frankreich zum zweiten Mal Fußball-Weltmeister
Mit einem 4:2-Sieg im Finale gegen Kroatien schrieb Frankreich am Sonntag in Russland Geschichte, als es zum zweiten Mal Fußball-Weltmeister wurde. Die Franzosen setzten sich in dem furiosen Spiel mit 4:2 (2:1) durch und holten damit nach 1998 erneut den Titel.

Mit einem 4:2-Sieg gegen Kroatien im Finale der WM 2018 im Moskauer Luschniki-Stadion sicherte sich Frankreich seinen zweiten WM-Titel in einem Spiel, das Klasse und Kontroverse gleichermaßen sah.

Es waren Les Bleus, die den Torreigen eröffneten, als Antoine Griezmanns Freistoß in der 18. Minute von Mario Mandžukić ins eigene Netz geführt wurde - von dem Spieler, der das entscheidende Tor erzielte, um Kroatien ins Endspiel zu bringen. Ivan Perišić (28.) erzielte den Ausgleich zum 1:1. 

Die erste Halbzeit war phänomenal. Die FIFA teilte mit, dass es seit 1974 kein Finale mit drei Toren in der ersten Hälfte gab und es das erste Finale mit drei Toren seit 1998 ist.

Griezmann per Hand-Elfmeter (38.), Paul Pogba (59.) und Kylian Mbappé (65.) vor knapp 80.000 Zuschauern im ausverkauften Moskauer Luschniki-Stadion stürzten die Millionen Fans in der Heimat endgültig in den ultimativen Party-Rausch von den Champs-Élysées bis an die Côte d'Azur.

Das 2:4 durch Mandžukić (69.) nach einem schweren Patzer von Frankreichs Torwart Hugo Lloris konnte keinen furiosen Schlussspurt mehr einläuten. Der zweite WM-Platz ist für Kroatien dennoch der größte Fußball-Erfolg nach dem dritten Platz vor 20 Jahren.

Die zweite Halbzeit brachte zwei Brüller in rascher Folge von Paul Pogba und Kylian Mbappé, die beide von der Bank aus feierten, bevor ein Albtraumfehler von Hugo Lloris Mandzukic erlaubte, seinen früheren Fehler auszugleichen.

Die favorisierten Franzosen hatten erstaunlich große Mühe, ins Spiel zu kommen und leisteten sich riskante Tändeleien vor dem eigenen Strafraum. Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart - neben dem Kroaten Ante Rebic von Eintracht Frankfurt einer von zwei Bundesliga-Profis in den Startformationen - hatte mit Perišić auf der rechten Außenbahn große Mühe.

Ein von Griezmann geschickt herausgeholter Freistoß war die erste vielversprechende Offensivaktion der Blauen. Erst in der Superzeitlupe war eindeutig zu sehen, dass der Franzose abhob, bevor Marcelo Brozović ihn am Bein traf. Und Mandžukić wurde zum Pechvogel. Griezmanns Freistoß berührte er mit dem Scheitel minimal, die Flugkurve veränderte sich entscheidend. Etwas ungläubig nahm der ehemalige Bayern-Stürmer sein Eigentor, das erste in einem WM-Finale, zur Kenntnis.

In allen K.-o.-Spielen waren die Kroaten in Rückstand geraten - und wieder gelang ihnen der Ausgleich. Perišić drehte sich geschickt um N’Golo Kanté und schoss ein, bevor Pavard zur Rettung herbeieilen konnte. Mit nun insgesamt sieben Toren und vier Vorlagen bei großen Turnieren ist der frühere Dortmunder und Wolfsburger nun Rekordmann der Kroaten.

Die Kontroversen gingen weiter und gipfelten in der ersten Videobeweis-Entscheidung in einem WM-Finale. Das Handspiel von Perišić bewertete Referee Nestor Pitana erst nach langem Studium vor dem Bildschirm als strafstoßwürdig - debattiert wurde darüber in den sozialen Netzwerken intensiv. Griezmann ließ sich die Chance zu seinem vierten WM-Treffer nicht nehmen. Häufiger hat nur Just Fontaine mit seinen 13 Toren 1958 für die Équipe Tricolore bei einer WM getroffen.

Kroatien musste wieder seine Aufhol-Qualitäten zeigen. Ging das noch, nach drei K.o.-Partien inklusive Verlängerung? Rebic (48.) setzte mit einem wuchtigen Schuss ein erstes Signal. Lloris parierte souverän. Für die Franzosen öffneten sich jetzt Räume - wie gemacht für Mbappé. Der WM-Jungstar entwischte nach 52 Minuten erstmals Domagoj Vida, ließ sich im Strafraum trotz Gezerre nicht fallen, scheiterte aber an Kroatiens Schlussmann Danijel Subašić.

Wenige Minuten später machte der Torwart einen Schritt zu viel nach links. So konnte er Pogbas wuchtige Abnahme nicht mehr parieren. Wieder war es Griezmann, der das Tor entscheidend initiierte, diesmal per filigraner Jonglage als Ablage für Pogba.

Was hatte Kroatien jetzt noch zu bieten? Einen Zwei-Tore-Rückstand hatten sie bei ihrem WM-Erfolgszug noch nicht. Weltmeister wurde mit so einer Konstellation nur Deutschland 1954. Kurz darauf hatten sich alle rechnerischen Gedankenspiele ohnehin erledigt. Mbappé durfte unbedrängt aus etwa 18 Metern abziehen. Drei Tore Rückstand für Kroatien. Der 19-Jährige ist nun der zweitjüngste Torschütze in einem WM-Finale nach Pelé 1958.

Dann leistete sich Lloris einen fatalen Aussetzer. Beim Versuch, den Ball um Mandžukić zu spielen, ließ der Kroate einfach den Fuß stehen - nur noch 2:4. Für den großen Endspurt brachte Kroatiens Trainer Zlatko Dalic den Hoffenheimer Andrej Kramarić für Rebic. Bei den Franzosen sollte Corentin Tolisso den Vorsprung mitverteidigen. Ivan Rakitic (78.) setzte einen Schuss knapp neben das Tor. Die Wende gelang den Kroaten nicht mehr. Die blau-weiß-rote Party konnte beginnen, doch auch die kroatischen Fans können mitfeiern.

(dpa/ rt deutsch)

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