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"Fire and Forget" - US-Panzerabwehrsysteme in Ukraine angekommen

"Fire and Forget" - US-Panzerabwehrsysteme in Ukraine angekommen
Die von Präsident Trump versprochenen Panzerabwehrraketen vom Typ Javelin sind in der Ukraine angekommen. Die ukrainische Regierung verspricht sich viel von der Lieferung. Experten bezweifeln jedoch eine große Wende im Konflikt, warnen aber auch vor Gefahren.

Die von Washington zugesagten 210 Raketen vom Typ Javelin sowie 37 Raketenwerfer sind in dieser Woche in der Ukraine angekommen. Präsident Petro Poroschenko bedankte sich auf Facebook überschwänglich bei Präsident Donald Trump für die Lieferung und sprach von einem mächtigen Effekt für die Sicherheit und Unabhängigkeit des Landes.

Die FGM-148 Lenkflugkörper Javelin gehören zur Klasse der tragbaren, sogenannten "Fire and Forget"-Panzerabwehrwaffen. Nach dem Abschuss suchen sich die Raketen autonom einen Weg zum anvisierten Ziel.

Der ukrainische Verteidigungsminister verkündete ebenfalls in einer Facebook-Nachricht, dass ab dem 2. Mai Truppen an dem neuen System üben werden. Kiew bezahlte für die Waffenlieferung geschätzt 47 Millionen US-Dollar.

Seit 2015 haben die USA der Ukraine 750 Millionen US-Dollar an nicht-letaler Hilfe zur Verfügung gestellt, darunter Humvees, Nachtsichtgeräte und Kurzstrecken-Radarsysteme. Die Javelin-Systeme sind die ersten Waffen, die geliefert werden.

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Waffen ohne Ziel

Die Effektivität der gepriesenen Waffe ist jedoch fraglich. Der Sicherheitsanalyst Mark Sleboda bestreitet, dass die Lieferung eine Wendung bringen könne. "Panzer wurden in diesem Konflikt seit drei Jahren nicht mehr benutzt. Die meisten Todesfälle sind auf Scharfschützenfeuer und Artillerie zurückzuführen."

Dokumente der US-amerikanischen Agentur für Sicherheitskooperationen im Verteidigungsbereich kommen ebenfalls zu der Einschätzung, dass das Javelin-System die grundsätzliche Balance in der Region nicht verändern werde. Dennoch stelle der Verkauf der Raketen eine Verbesserung der nationalen Sicherheit der USA dar, indem er die Sicherheit der Ukraine steigere.

Unangenehme Erinnerungen an Afghanistan

Ian Brzezinski, Senior Fellow beim Center for International Security, sieht die Stärke des Systems in seiner psychologischen Wirkung. "Die Javelins allein werden es Kiew nicht ermöglichen, Russland aus der Krim und dem Donbass zu vertreiben, aber sie erhöhen die Fähigkeit der Ukraine, den russischen Streitkräften Kosten aufzuerlegen."

Bzezinski erinnert dabei an die heimlichen Stingerlieferungen für Mujahideen im Afghanistankrieg: "Die Javelins werden wahrscheinlich auch unter den russischen Kommandeuren unbequeme Erinnerungen an die Rolle wiederbeleben, die die Stinger-Luftverteidigungsraketen der USA beim Rückzug der Sowjetunion aus Afghanistan in den späten 1980er Jahren gespielt haben", sagte Brzezinski.

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Die Lieferung kommt rechtzeitig zum Strategiewechsel im Kampf gegen die international nicht anerkannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk. Die vormalige Anti-Terror Operation (ATO), die vom ukrainischen Geheimdienst SBU geleitet wurde, endete am 30. April. Ab dem 1. Mai unterstehen sämtliche Operationen den Streitkräften der Ukraine. Die wichtigste Änderung des Formats betrifft die explizite Nennung Russlands als Aggressor und als Besatzer der umstrittenen Gebiete.

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