Experte des Atlantic Council für "russische Desinformation" der Verbreitung von Fake-News überführt

Experte des Atlantic Council für "russische Desinformation" der Verbreitung von Fake-News überführt
Quelle: Screenshot Twitter
Ben Nimmo ist "Experte für russische Desinformation" bei der US-Denkfabrik Atlantic Council. Angebliche "Trolls und Bots aus russischen Trollfabriken" outete er öffentlich. Doch die erwiesen sich als normale britische Bürger, die Mainstream-Medien misstrauen.

Er ist die fleischgewordene Speerspitze des Atlantic Council im Kampf gegen die angebliche russische Desinformation. Ben Nimmo, seines Zeichens Leiter des Digital Forensic Research Labs der einflussreichen und insbesondere in Washington und London gut vernetzten US-Denkfabrik. Diese betreibt eine Onlineplattform mit dem eingängigen Namen "#TrollTracker".

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Dort wird mit methodisch sehr zweifelhaften Strategien Jagd auf vermeinte russische Trolls gemacht. Tweets mit kritischen Bemerkungen zur Rolle der sogenannten "Weißhelme" in Syrien reichen schon aus, um von Nimmo und seinem Team als "russischer Troll" klassifiziert zu werden. Allein das Coverbild des Portals spricht Bände über dessen Ausrichtung:

Experte des Atlantic Council für "russische Desinformation" der Verbreitung von Fake-News überführt
Screenshot: medium.com

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In der neusten Analyse des "Troll-Trackers" unter dem Titel "#TrollTracker: Disinformation Surge from Skripal to Syria" wird insbesondere auf den Twitter-Account von "Ian56789" eingegangen. Dieser ist laut "Erkenntnissen" des Digital Forensic Research Labs "ein Pro-Kreml-Konto, das unserer Meinung nach ein Einflusskonto einer russischen Trollfabrik ist".

Experte des Atlantic Council für "russische Desinformation" der Verbreitung von Fake-News überführt
Quelle: Screenshot von medium.com

Nach der Veröffentlichung dieser "Troll-Tracker-Analyse" wurde dessen Twitter-Account zunächst vorläufig gesperrt. @Ian56789 hatte vor seiner Sperrung binnen eines Zeitraums von nur 12 Tagen rund 23 Millionen Nutzer erreicht. Ben Nimmo feierte umgehend auf Twitter dessen Sperrung:

Doch das gesamte "russischer Troll"-Konstrukt von Ben Nimmo und des Digital Forensic Research Lab kam ins Wanken, als der reale Nutzer des Twitter-Accounts @Ian56789 vom britischen Privatsender Sky News ausfindig gemacht und interviewt wurde. Es stellte sich heraus, dass Ian Shilling, so sein voller Name, ein britischer Rentner ist, der das Vertrauen in die Mainstream-Medien verloren hat und in Folge anfing, selbst zu Themen wie Syrien und dem Skripal-Fall zu recherchieren und auf Twitter zu kommentieren.

Nach der Ausstrahlung bei Sky News reagierte Wikileaks und warf Nimmo die Verbreitung von Fake-News und die Diffamierung eines britischen Rentners vor. Die Whistleblower-Plattform fragte rhetorisch, wer denn nun tatsächlich der bezahlte Troll sei.

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Nimmo antworte umgehend via Twitter und machte seiner Frustration über die Anschuldigungen Luft, dass er selbst Fake-News verbreiten würde. Also genau die Praxis, die er @Ian56789 als angeblicher Troll einer russischen Trollfabrik vorgeworfen hatte. Hauptziel seiner Verbal-Attacken war Wikileaks, denen er seinerseits wiederum "Fake-News" vorwarf, weil er seiner Meinung nach nie von einem "russischen Bot" gesprochen hätte:

Zuvor waren bereits die in Australien lebende syrische Journalistin @Partisangirl, deren wirklicher Name Maram Susli lautet, und der finnische Blogger Citizen Halo von britischen Mainstream-Zeitungen fälschlicherweise beschuldigt worden, russische "Bots" oder "Trolls" zu sein. Recherchen und Berichte legen nahe, dass die Quelle für diese mittlerweile widerlegten Behauptungen ebenfalls Ben Nimmo und dessen Atlantic-Council-Team waren.

Hintergrund zum Atlantic Council

Der Atlantic Council (AC) ist im Wesentlichen der akademische Flügel der NATO. Die Denkfabrik dient dazu, Menschen, die für die Agenda der Organisation nützlich sind, in ganz Europa und Nordamerika zu vernetzen. In den letzten Jahren hat sich die Rekrutierung jedoch zunehmend auf Mitarbeiter konzentriert, die Russland direkt angreifen, insbesondere auf Social Media.

Wer finanziert den Atlantic Council?

Der Atlantic Council hat eine ganze Reihe von ausgewählten Mäzenen zu bedienen. Die NATO selbst ist ein großer Geldgeber, zusammen mit den Militärunternehmen Saab, Lockheed Martin, Northrop Grumman, Boeing und der Raytheon Company, die alle von den verstärkten Spannungen mit Moskau profitieren. Auch das britische Außenministerium, der Ukrainische Weltkongress und das US-Außenministerium spritzen Geld in den Think Tank. Ein weiterer wichtiger Förderer ist das US-Militär mittels je separaten Beiträgen der Luftwaffe, der Marine, der Armee und des Marine Corps.

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