Lawrow: Schweizer Labor sagt Skripal-Gift nicht in Russland hergestellt, aber in USA und UK

Lawrow: Schweizer Labor sagt Skripal-Gift nicht in Russland hergestellt, aber in USA und UK
Die Substanz, die gegen Sergej Skripal verwendet wurde, war nach Analysen eines Schweizer OPCW-Labors ein Giftstoff namens BZ. Das Gift wurde nie in Russland produziert, sondern war in den USA, Großbritannien und anderen NATO-Staaten im Einsatz, so die Aussage des russischen Außenministers Sergei Lawrow auf einer Sitzung des Rats für Außen- und Verteidigungspolitik in Moskau.

Sergej Skripal, ein ehemaliger russischer Doppelagent, und seine Tochter Yulia wurden mit einem untauglichen Toxin namens 3-Quinuclidinylbenzilat oder BZ vergiftet, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow unter Berufung auf die Ergebnisse der Untersuchung eines Schweizer Chemielabors, das mit den Proben arbeitete, die London der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) übergeben hatte. Der russische Außenminister Sergej Lawrow führte aus:

Aufgrund der Untersuchungsergebnisse wurden in den Proben Spuren der giftigen Chemikalie BZ und ihrer Vorläufer gefunden, die sich auf chemische Waffen der zweiten Kategorie gemäß dem Übereinkommen über das Verbot chemischer Waffen beziehen. BZ ist ein Nervengas, das eine Person vorübergehend außer Gefecht setzt. Die Wirkung wird innerhalb von 30 bis 50 Minuten erreicht und hält bis zu vier Tage an.

Polizeibeamte bereiten die Ausrüstung vor, während die Inspektoren der OPCW (Prohibition of Chemical Weapons) am Ort des Vorfalls rund um den ehemaligen russischen Agenten Sergej Skripal in Salisbury ihre Arbeit aufnehmen.

Das Schweizer Zentrum schickte die Ergebnisse an die OPCW. Die UNO-Chemieaufsicht beschränkte sich jedoch darauf, in ihrem Schlussbericht nur die Formel der Substanz zu bestätigen, mit der die Skripals vergiftet wurden, ohne die anderen im Schweizer Dokument dargelegten Fakten zu erwähnen, fügte der russische Außenminister hinzu. Er fuhr fort, dass Moskau die OPCW nach den Beweggründen ihrer Entscheidung befragen wird, keine weiteren Informationen der Schweizer in ihren Bericht aufzunehmen.

Wenn die OPCW natürlich die Erkenntnisse des Labors von Spiez ablehnt, wird es interessant sein, die Erklärungen dafür zu hören", sagte der Außenminister.

Zuvor stellten Experten der OPCW fest, dass bei der Skripal-Vergiftung eine giftige Chemikalie von hoher Reinheit verwendet wurde, aber es wurde nicht erwähnt, wer hinter dem Vorfall stecken könnte.

Lawrow betonte, dass Moskau versucht, sich auf Fakten beim Skripal-Fall zu konzentrieren. Er stellte fest, dass die britischen Behörden die Fragen Moskaus zu diesem Thema nicht beantworten.

Sergej Skripal und seine Tochter wurden am vierten März bewusstlos auf einer Bank in der britischen Stadt Salisbury gefunden. London hat Moskau beschuldigt, den Angriff durchgeführt zu haben. Wenige Tage nach dem Vorfall wies London 23 russische Diplomaten aus. Über 25 Länder gesellten sich der britischen Entscheidung, Russland ohne eine handfeste Beweisführung regelrecht diplomatisch zu bestrafen.

Moskau hat die Vorwürfe im Skripal-Fall als unbegründet zurückgewiesen und bietet Unterstützung bei der Untersuchung an.

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