Telefonat zwischen Merkel und Putin: UN-Blauhelm-Einsatz in der Ostukraine auf der Agenda

Telefonat zwischen Merkel und Putin: UN-Blauhelm-Einsatz in der Ostukraine auf der Agenda
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin nach einem Treffen in Sotschi im Mai 2017.
Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko besuchte am Dienstag Berlin und traf Bundeskanzlerin Angela Merkel. Am Tag zuvor telefonierte Merkel mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Eines der Themen war auch die Situation im Osten der Ukraine.

Kurz vor dem Berlin-Besuch des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko hat Kanzlerin Angela Merkel mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über einen möglichen UN-Blauhelm-Einsatz in der Ostukraine gesprochen.

Der Pressedienst des Kremls teilte nach dem Telefonat mit, beide Staats- und Regierungschefs seien sich erneut einig gewesen, dass es keine Alternative zum Minsker Friedensplan als Grundlage für eine friedliche Lösung der Krise gebe. Merkel und Putin teilten die Auffassung, dass alle Konfliktparteien die Oster-Feuerpause einhalten müssen, und erklärten sich bereit, die Bemühungen zur Unterstützung der OSZE-Sondermission bei der Überwachung der Situation entlang der Kontaktlinie fortzusetzen, so der Kreml-Pressedienst.

Merkel hatte angekündigt bei dem Treffen mit Poroschenko über die mögliche Stationierung von UN-Soldaten sprechen. Die Vorstellungen Moskaus und Kiews dazu gehen auseinander.

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Der Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag in Berlin, dass Merkel und Putin zudem betont hätten, wie wichtig es sei, die gemeinsame Arbeit mit Frankreich und der Ukraine im sogenannten Normandie-Format fortzusetzen. Zudem sei die Lage in Syrien erörtert worden. Die Kanzlerin habe in diesem Zusammenhang den neuerlichen mutmaßlichen Giftgaseinsatz in der Stadt Duma verurteilt.

Der russische Präsident habe die deutsche Regierungschefin auf die Unzulässigkeit von Provokationen und Spekulationen im Zusammenhang mit dem angeblichen Einsatz von Chemiewaffen in Syrien hingewiesen, teilte der Kreml-Pressedienst am Montag mit.

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