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Boris Johnson: "Wenn Putin eine Frau wäre, gäbe es den Krieg nicht"

Der britische Premier Boris Johnson hält das Verhalten des russischen Präsidenten Wladimir Putin für ein "gutes Beispiel toxischer Männlichkeit". Derweil rüstet die NATO ihre Truppenstärke im Osten massiv auf. 300.000 Soldaten sollen im kommenden Jahr "einsatzfähig sein".
Boris Johnson: "Wenn Putin eine Frau wäre, gäbe es den Krieg nicht"Quelle: Legion-media.ru

Der britische Premierminister Boris Johnson sagte in einem Interview mit dem ZDF, dass der russische Präsident Wladimir Putin "nicht in die Ukraine einmarschiert wäre, wenn er eine Frau wäre". Der Krieg sei ein "perfektes Beispiel für toxische Männlichkeit".

Johnson sagte gegenüber dem ZDF:

"Wenn Putin eine Frau wäre, was er offensichtlich nicht ist, dann glaube ich nicht, dass er einen verrückten, machohaften Krieg der Invasion und der Gewalt in der Art und Weise begonnen hätte, wie er es getan hat."

Der britische Premier ergänzte:

"Wenn Sie ein perfektes Beispiel für toxische Maskulinität suchen, dann ist es das, was er in der Ukraine tut."

Das Interview fand nach dem G7-Gipfel auf Schloss Elmau statt, auf dem die westlichen Staats- und Regierungschefs beschlossen hatten, "die wirtschaftlichen und politischen Kosten" für Russland im Ukraine-Konflikt zu "erhöhen".

NATO will "schnelle Eingreiftruppe" massiv aufstocken

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte am Mittwoch auf dem NATO-Gipfel in Madrid angekündigt, dass die Allianz eine auf 300.000 Soldaten verstärkte "schnelle Eingreiftruppe" im kommenden Jahr einsatzfähig haben will.

Stoltenberg sagte:

"Sie werden in ihren eigenen Ländern stationiert, aber schon bestimmten Staaten und Gebieten zugewiesen und verantwortlich sein für die Verteidigung dieser Gebiete."

Die Details hingen von den einzelnen Staaten ab, die diese Kräfte stellen sollen, so Stoltenberg weiter. Er verwies dabei auch auf Deutschland und konkrete Pläne, eine Kampfbrigade für die Verteidigung des Nato-Partners Litauen zu stellen. Dies sei ein Beispiel für die Verstärkung der Ostflanke:

"Sie werden dort üben. Sie werden lernen, zusammen mit heimischen Streitkräften zu operieren. Und sie werden dort bereitstehende Ausrüstung, schwere Ausrüstung, Treibstoffvorräte und viele andere nötige Dinge für den Einsatz in dem bestimmten Gebiet haben."

Deutschland führt in der NATO bereits den NATO-Gefechtsverband (EFP), für den zunächst 600 Soldaten gestellt wurden. Nach der Eskalation in der Ukraine wurde eine Verstärkung mit Artillerie und Luftabwehr aktiviert, so dass aktuell mehr als 1.000 deutsche Soldaten in Litauen sind. Für die geplante Kampfbrigade gibt es noch keine absolute Zahl. Üblicherweise sind solche Brigaden 3.000 bis 5.000 Soldaten stark. Deutschland könnte sich an den verstärkten Eingreifkräften der NATO mit 15.000 Soldaten beteiligen.

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