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"Erschossen, weil Flugzeug zu klein" – Vorwurf der Kriegsverbrechen gegen australische Sondereinheit

"Erschossen, weil Flugzeug zu klein" – Vorwurf der Kriegsverbrechen gegen australische Sondereinheit
(Symbolbild). Ein Sondereinsatzkommando der Spezialkräfte während einer Rekrutierungsaktion der australischen Verteidigungsstreitkräfte auf Garden Island in Sydney am 20. Oktober 2003.
Ein Mitglied des United States Marine Corps (USMC) wirft Mitgliedern einer australischen Sondereinheit die bewusste Tötung eines Gefangenen in Afghanistan vor. Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass die Spezialeinheit Kriegsverbrechen begangen habe.

Der Vorfall mit dem getöteten Gefangenen soll sich 2012 während einer Drogenrazzia in der afghanischen Provinz Helmand im Süden des Landes ereignet haben. Laut dem US-Marine, der Chef einer Hubschrauberbesatzung des United States Marine Corps (USMC) ist, haben australische Spezialeinheiten einen gefesselten afghanischen Gefangenen erschossen, nachdem man ihnen gesagt hatte, dass er nicht in das US-Flugzeug passe, das sie abholen sollte.

Krieg bringt immer zivile Opfer mit sich, aber die britische Regierung plant auch für vorsätzliche Folter im Irak und in Afghanistan effektive Straffreiheit per Gesetz. Auf dem Bild: Britische Soldaten vor dem Einmarsch in den Irak, 18. März 2003

Gegenüber der australischen Nachrichtenseite Australian Broadcasting Corporation (ABC) schilderte der US-Soldat, der aus Angst vor Vergeltung anonym bleiben möchte, den Ablauf des Einsatzes. Die Mission sei Teil einer umfassenderen gemeinsamen Kampagne der australischen Spezialkräfte und der US-Drogenvollzugsbehörde (DEA) gegen illegale Drogenoperationen gewesen, die den Taliban-Aufstand finanzierten.

"Wir hatten die Drogenrazzia durchgeführt, die Aussies haben tatsächlich eine ziemlich beeindruckende Arbeit geleistet und alle Gefangenen aufgemischt", sagte der US-Marine der ABC. Und weiter: "Wir haben ihnen nur dabei zugesehen, wie sie diese Typen anpackten und fesselten, und wir wussten, dass deren Hände auf dem Rücken gefesselt waren."

Dann hätten die Kommandos das US-Flugzeug gerufen, um sie und etwa sieben Gefangene abzuholen. Doch das Flugzeug habe nur Platz für sechs Gefangene gehabt. Der Pilot habe per Funk durchgegeben: "Das sind zu viele Leute, wir können nicht so viele Passagiere befördern." Dann habe zunächst Stille geherrscht – und anschließend hätten sie einen Knall gehört. Daraufhin habe das Sonderkommando mitgeteilt: "Okay, wir haben sechs Gefangene."

Es sei für alle an dieser Mission Beteiligten ziemlich offensichtlich gewesen, dass die Australier gerade einen gefesselten Gefangenen getötet hatten. Weder er noch seine Crew der US-Marines hätten jedoch über den Vorfall gesprochen, da die Kommunikation während des Einsatzes aufgezeichnet werde. Der US-Marine sagte der ABC:

"Wir waren uns alle ziemlich bewusst, was wir gerade gesehen hatten, und wollten irgendwie nicht in das verwickelt werden, was als Nächstes kam."

Er habe den Vorfall jedoch später nach seiner Rückkehr ins Militärcamp mit den Mitgliedern seiner Einheit besprochen. Es sei das erste Mal gewesen, dass sie etwas gesehen hätten, das sie moralisch nicht rechtfertigen konnten. Es habe sich bei der Tat der australischen Sondereinheit um eine bewusste Entscheidung gehandelt, die "Regeln des Krieges zu brechen". Es gäbe darüber keine Unklarheit und auch keine Entschuldigung.

(Symbolbild). Australische Streitkräfte während eines Einsatzes in Afghanistan.

Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass die australischen Spezialkommandos derart brutal vorgegangen seien. Der US-Marine erzählt von einem weiteren Vorfall in Afghanistan aus dem Jahr 2012. Bei der Mission sei einer seiner USMC-Kameraden schockiert über das gewesen, was er bei einer gemeinsamen Drogenoperation der Kommandos erlebt habe.

Als die Sondereinheit nach der Landung aus dem Hubschrauber gesprungen sei, hätte sie jemanden auf einer Mauer stehen sehen. Dem Mann sei von der Einheit mehrfach in die Brust geschossen worden. Teammitglieder des US-Marines hätten die Australier daraufhin auf den Vorfall angesprochen. Sie hätten gefragt: "Hey, was ist mit dem Typen passiert?" Ein Australier habe gesagt: "Oh, er ist tot, Kumpel." Die US-Marines hätten nachgehakt: "Warum? Er war nicht einmal bewaffnet. Was ist da passiert?" Daraufhin habe der Australier nur gesagt: "Oh, er war bewaffnet, als wir mit ihm fertig waren."

Die australische Sondereinheit habe schon immer den Ruf besessen, für besondere Action zu stehen, erklärte der US-Marine der ABC. "Viele von uns wollten mit den Australiern zusammenarbeiten, weil wir alle – ich weiß nicht, ob Blutrünstigkeit der richtige Begriff ist –, aber wir wollten Action. Sie wollten schießen. Und wenn man mit den Aussies gearbeitet hat, ist man ziemlich oft beteiligt", so der US-Soldat.

Selbst Mitglieder der DEA haben nicht mehr mit den Australiern arbeiten wollen. Der US-Marine zitiert einen DEA-Beamten mit den Worten: "Wir werden nie wieder mit diesen verdammten Typen ausrücken." Laut Recherchen von ABC untersucht der Generalinspekteur der australischen Verteidigungsstreitkräfte (IGADF) zwar mutmaßliche Kriegsverbrechen der Spezialeinheit, doch ob die geschilderten Vorfälle Teil der Untersuchungen sind, sei nicht bekannt.

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