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Großbritannien schließt erstes größeres Freihandelsabkommen mit Japan für die Zeit nach dem Brexit

Großbritannien schließt erstes größeres Freihandelsabkommen mit Japan für die Zeit nach dem Brexit
Die britische Außenhandelsministerin Liz Truss im Videogespräch mit dem japanischen Außenminister Toshimitsu Motegi
Während es immer noch mit der EU über die Handelsbeziehungen nach dem Brexit streitet, schloss Großbritannien den ersten Post-Brexit-Handelspakt mit Japan. Dadurch werden fast alle britischen Exporte in das Land zollfrei, wenn das Königreich die EU endgültig verlässt.

Die britische Regierung gab am Freitag bekannt, dass zwischen Großbritannien und Japan in einem Videogespräch zwischen der britischen Außenhandelsministerin Liz Truss und dem japanischen Außenminister Toshimitsu Motegi das sogenannte Comprehensive Economic Partnership Agreement im Grundsatz vereinbart wurde. Es stellt ein Freihandelsabkommen dar, das fast alle britischen Exporte in das asiatische Land zollfrei machen wird, wenn der Brexit endgültig eintritt. In einer Erklärung verkündete Truss:

Dies ist ein historischer Moment für Großbritannien und Japan als unser erstes großes Handelsabkommen nach dem Brexit. Das Abkommen, das wir – in Rekordzeit und unter schwierigen Umständen – ausgehandelt haben, geht weit über das bestehende EU-Abkommen hinaus, denn es sichert britischen Unternehmen in unserer großen Fertigungs-, Nahrungsmittel- und Getränke- sowie Technologieindustrie neue Aufträge.

Das Abkommen, mit dem der Handel mit Japan um etwa 15,2 Milliarden Pfund (16,4 Milliarden Euro) angekurbelt werden soll, könnte britischen Unternehmen dabei helfen, im asiatisch-pazifischen Raum Fuß zu fassen, da es ein "wichtiger Schritt" auf dem Weg zum Beitritt zum Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific Partnership (CPTPP) sei. Das CPTPP macht etwa 13 Prozent des weltweiten BIP aus und wird von elf Ländern rund um den pazifischen Raum unterstützt. Großbritannien hat vor, dem Block nach dem Ende der Brexit-Übergangszeit beizutreten.

Das Vereinigte Königreich ist überzeugt, dass seine Finanzdienstleistungsunternehmen, Lebensmittel- und Getränkehersteller sowie Technologiefirmen vom zollfreien Zugang zum japanischen Markt profitieren werden. Laut London werden 99 Prozent der britischen Exporte nach Japan keinen Zöllen unterliegen. Die britische Wirtschaft werde dank des Abkommens einen Schub von 1,5 Milliarden Pfund (1,6 Milliarden Euro) erhalten, während die Löhne der britischen Arbeitnehmer "langfristig" um 800 Millionen Pfund (863,6 Millionen Euro) steigen könnten.

Der Vorsitzende der britischen Brexit-Partei, Nigel Farage, spricht während eines Besuchs im Hafen von Dover am 12. August 2020 in Dover, Großbritannien.

Großbritannien musste sich um neue Handelsabkommen mit seinen Partnern in Übersee bemühen, da frühere Vereinbarungen ab dem 31. Dezember, wenn die Brexit-Übergangszeit endet, nicht mehr gelten werden. Während London darauf wartet, dass die Frist abläuft, streitet es mit Brüssel immer noch über die Bedingungen eines bilateralen Post-Brexit-Abkommens.

Das Vereinigte Königreich heizte die Diskussion Anfang dieser Woche weiter an, als es einen Entwurf des "Binnenmarktgesetz des Vereinigten Königreichs" (United Kingdom Internal Market Bill) veröffentlichte. Das Gesetz verstößt gegen das Austrittsabkommen, das im vergangenen Jahr mit der EU vereinbart und unterzeichnet wurde. Damit zog Großbritannien den Zorn der EU-Beamten auf sich. Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, betonte, dass dieser Schritt das Vertrauen untergrabe, während Kommissionsvizepräsident Maroš Šefčovič später signalisierte, dass Vertrauen notwendig sei, wenn die Gespräche über ein zukünftiges Handelsabkommen fortgesetzt werden sollen.

Mehr zum Thema - Farage: Großbritannien wird nicht wirklich frei sein, wenn es zum Brexit-Deal kommt

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