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"Das ist Berufsverbot!" – MDR trennt sich von Kabarettist Uwe Steimle

"Das ist Berufsverbot!" – MDR trennt sich von Kabarettist Uwe Steimle
Der Kabarettist Uwe Steimle
Der Kabarettist Uwe Steimle ist vom MDR gefeuert worden. Die Sendereihe "Steimles Welt" wird es nicht mehr geben. Der Künstler habe das Vertrauensverhältnis verletzt, so der Sender. Steimle meint dagegen, der MDR habe nur nach einem Vorwand gesucht, um ihn loszuwerden.

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hat die Zusammenarbeit dem sächsischen Schauspieler und Kabarettisten Uwe Steimle beendet. Dessen Sendereihe "Steimles Welt" werde im kommenden Jahr nicht fortgesetzt. Der MDR erklärte, keine Grundlage mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu sehen. Steimle wurde am Mittwoch ins Funkhaus bestellt, wo ihm die Entscheidung des Senders bekanntgegeben wurde. 

Steimle im Mai 2017

MDR-Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi schrieb am Mittwoch in einer auf Twitter veröffentlichten Erklärung, Grund für die Trennung von Steimle seien die öffentlichen Vorwürfe, die dieser wiederholt gegen den Sender erhoben habe. Konkret warf Jacobi Steimle vor, "dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk unter anderem mangelnde Staatsferne" vorgeworfen zu haben. 

Damit habe der Kabarettist die Glaubwürdigkeit des Senders beschädigt und gegen den Mitarbeiterkodex des MDR verstoßen. Man habe ihm klargemacht, dass ein erneuter Regelverstoß Konsequenzen haben werde. Als diesen Regelverstoß werteten die Verantwortlichen des Senders nun seine Äußerung in einem weiteren Interview im November 2019, in dem Steimle gesagt hat, er sei "entsetzt und traurig" darüber, dass sich der MDR nicht schützend vor ihn stellt:

Diesen neuerlichen Vorwurf können wir so nicht nachvollziehen. Vor diesem Hintergrund sehen wir keine weitere Basis mehr für eine Zusammenarbeit, die von gegenseitigem Respekt und Vertrauen geprägt sein muss.

Steimle kann sich in seiner Einschätzung nun durch die Entscheidung des MDR und dessen Begründung bestätigt fühlen. Im Internetauftritt des Kabarettisten findet sich bislang nur die Bemerkung, dass seine Sendung eingestellt worden sei. Bild zitiert ihn mit der Aussage:

Ich bin maßlos enttäuscht. Meine Sendung war ein Farbtupfer, bildete unsere Lebenswirklichkeit ab … Ich habe meine Arbeit immer ordentlich gemacht. Man hat seit Wochen einen Grund gesucht, um mich loszuwerden.

Man hat versucht, mich in die rechte Ecke zu drängen. Dass man so eine Sendung wegen einer Nichtigkeit opfert, zeigt, wie wenig Vertrauen man in seine Zuschauer hat.

Gegenüber dem Nachrichtenportal Tag24 erklärte Steimle:

Ich wurde entfernt, das ist eindeutig Berufsverbot, Zensur ersten Grades!

Der MDR sah sich daraufhin bemüßigt, auf Facebook zu erklären, dass niemand Steimle die Ausübung seiner Tätigkeit verbiete und er dieser weiter nachgehen könne – nur eben nicht bei diesem Sender. In den sozialen Netzwerken führte die Entscheidung der Anstalt zu äußerst kontroversen Reaktionen.

Der Blog GenFM nannte es auf Facebook einen "überfälligen Schritt", dass der MDR den "völkisch-antisemitischen Jammerossi" rausgeschmissen habe. Zahlreiche Nutzer äußerten sich ähnlich. Genauso verständnisvoll, wenn auch moderater im Ton, zeigten sich die meisten Medien.

Doch Steimle fand auch Unterstützer. Zahlreich Facebook- und Twitter-Nutzer sehen in Steimles Entlassung ein weiteres Beispiel für die Unterdrückung nicht genehmer Meinungen. Es wurde auch zu Solidarität mit dem Kabarettisten aufgerufen; auf openpetition.de werden unter dem Titel "Wir sind Steimles Welt" Unterschriften gesammelt, um den MDR dazu zu bewegen, die Sendung wieder ins Programm zu nehmen.

Uwe Steimle gelang es in den vergangenen Jahren immer wieder, mit seinen Auftritten und Aktionen den medialen Mainstream zu provozieren, unter anderem mit der Äußerung, Deutschland sei ein "besetztes Land", durch das Tragen eines T-Shirts mit dem Aufdruck "Ami go home!" und mit seiner deutlichen Kritik an der Migrationspolitik der Bundesregierung. 

Als sich Steimle im Sommer in einem T-Shirt mit der Aufschrift "Kraft durch Freunde" fotografieren ließ, wurde ihm das irrigerweise von verschiedenen Medien als Sympathiebekundung für das Nazi-Regime ausgelegt. Tatsächlich jedoch stammt dieser bewusst und erkennbar abgewandelte Slogan von dem Kabarettisten Werner Finck, der selbst in der Nazizeit im KZ gesessen hatte.

Schon mehrfach war der MDR dafür kritisiert worden, dem Kabarettisten Steimle eine Bühne zu bieten. Allerdings ist der Sachse im Sendegebiet des MDR ausgesprochen beliebt und verschaffte diesem Sender regelmäßig sehr gute Einschaltquoten. Die Auftritte Steimles sind zum Teil Monate im Voraus ausverkauft.

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