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Gefahr am Bahnhof – Debatte über Sicherheit in Deutschland – Beispiele von Maßnahmen im Ausland

Gefahr am Bahnhof – Debatte über Sicherheit in Deutschland – Beispiele von Maßnahmen im Ausland
Nach der tödlichen Attacke in Frankfurt debattieren die Parteien über Sicherheit an deutschen Bahnhöfen. Größere Polizeipräsenz und technische Möglichkeiten zur Verbesserung der Sicherheit wurden angesprochen.
Nach der tödlichen Attacke in Frankfurt wird in Deutschland über Sicherheit an Bahnhöfen debattiert. Gibt es wirkungsvolle Schutzmechanismen oder Maßnahmen? Und wie ist die Lage im Ausland? In China gibt es etwa Glastüren, die die Bahnsteige vom Gleis trennen.

Wie können Passagiere auf Bahnhöfen besser geschützt werden? Diese Frage stellen sich viele Menschen nach zwei tödlichen Angriffen an Bahnsteigen, bei denen die Opfer auf die Gleise gestoßen wurden. In Frankfurt starb am Montag ein achtjähriger Junge. Dessen Mutter rettete sich in letzter Sekunde aus dem Gleisbett. Im nordrhein-westfälischen Voerde kam wenige Tage zuvor eine 34 Jahre alte Frau ums Leben. Laut letztem Stand der Ermittlungen wurden alle von ihnen völlig unbekannten Tätern attackiert.

Was tut man aber gegen solche Übergriffe, die aus dem Hinterhalt, quasi aus dem Nichts passieren? Und müssen Bahnhöfe jetzt umgerüstet werden, um es Angreifern schwerer zu machen? Die Bahn äußerte sich "tief schockiert"; zur Diskussion rund um Sicherheitsmaßnahmen wollte sie am Dienstag zunächst aber keinen Kommentar abgeben. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) verlangte größere Polizeipräsenz an Bahnhöfen. Außerdem müsse man technische Möglichkeiten zur Verbesserung der Sicherheit prüfen – "und zwar vorurteilsfrei".

Der Tatverdächtige im Falle der tödlichen Attacke auf ein Kind im Frankfurter Hauptbahnhof wird nach seiner Haftvorführung am 30. Juli 2019 aus dem Amtsgericht Frankfurt  geführt.

Mehr Polizei und Sicherheitskräfte – Grüne fordern konzeptionelle Vorschläge statt "Nebelkerzen"

Auch die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) fordert mehr Polizei und Sicherheitskräfte.

Ein bewährtes, leider komplett vernachlässigtes Mittel sind zudem Bahnaufsichten", sagte GDL-Chef Claus Weselsky.

Der Blick geschulter Kräfte auch auf möglicherweise kritische Situationen erlaube deutlich schnellere Reaktionszeiten. "Das kann im Zweifelsfall über Leben und Gesundheit potenzieller Opfer entscheiden."

Die Grünen halten die Ankündigung von Innenminister Seehofer jedoch für unrealistisch.

Die Personalsituation bei der Bundespolizei ist trotz höherer Einstellungszahlen sehr angespannt", sagte die innenpolitische Sprecherin Irene Mihalic den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Daher muss man sich schon fragen, wo das zusätzliche Personal für mehr Präsenz an den Bahnhöfen eigentlich herkommen soll."

Zudem kam auch Kritik an Seehofers Ankündigung, die Videoüberwachung in Bahnhöfen auszuweiten: "Jetzt auf eine verstärkte Videoüberwachung an Bahnhöfen zu setzen, obwohl es kaum andere Orte gibt, an denen mehr Kameras hängen, geht am Thema vorbei." Mihalic forderte vom Innenminister, konzeptionelle Vorschläge auf den Tisch zu legen, "anstatt Nebelkerzen zu werfen".

Wie ist die Situation etwa in Russland oder Israel?

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: "Millionen Menschen fahren in Deutschland Bahn. Für sie alle müssen wir für größtmögliche Sicherheit sorgen. Dafür ist Polizeipräsenz besonders wichtig. Videoüberwachung gibt es bereits an vielen Bahnhöfen. Wir sollten jetzt über alle Schritte reden, die die Sicherheit wirklich erhöhen."

Zur Bewertung der Sicherheit an deutschen Bahnhöfen lohnt auch ein Blick auf andere Länder. Dort gibt es ganz unterschiedliche Methoden – von personellen Lösungen bis zu hochmoderner Technik.

In Russland gibt es an einigen Metrostationen in Moskau und Sankt Petersburg ganz besondere Sicherheitsvorkehrungen: Die Gleise sind durch extra Wände abgesperrt und für die Passagiere weder sichtbar noch zugänglich. Zugtüren und Spezialwände öffnen sich erst, wenn der Zug steht. An Bahnhöfen werden Rucksäcke und Koffer durchleuchtet wie an Flughäfen – und Reisende mit Metalldetektoren gescannt.

In Israel wird der Zugang zu den Bahnsteigen nach Angaben der Bahngesellschaft des Landes seit mehr als 30 Jahren kontrolliert. An Bahnhofseingängen gibt es Sicherheitskontrollen. Auch in Israel werden die Taschen durchleuchtet wie am Flughafen. Kunden und Besucher müssen ebenfalls durch Metalldetektoren gehen. Um auf die Bahnsteige selbst zu kommen, müssen Kunden Zugangssperren passieren, die sich nur mithilfe von Tickets öffnen. Dieses System an den 70 Bahnstationen sei "auf jeden Fall effektiv", sagte ein Sprecher der Bahngesellschaft.

In Spanien dürfen nur Ticketinhaber die Bahnsteige betreten

In chinesischen Metropolen wie Peking und Shanghai kommt es im Berufsverkehr zu großem Gedränge in den U-Bahn-Stationen. Die Bahnsteige sind mit Glastüren vom Gleis getrennt. Erst, wenn ein Zug eingefahren ist, öffnen sich die Türen, damit die Fahrgäste ein- und aussteigen können. An Fernbahnhöfen kommen Fahrgäste nur zu den Gleisen, wenn sie über ein Ticket verfügen.

In Japan etwa sind die Bahnsteige zu den Stoßzeiten oft überfüllt, doch kommt es nirgends zu großem Gedränge, die Menschen stehen zumeist manierlich Schlange. Allerdings gibt es in Japan immer wieder Selbstmorde, bei denen sich Menschen vor den Zug werfen. Vor diesem Hintergrund werden zunehmend Sicherheitsbarrieren an Bahnsteigen installiert. Sobald ein Zug ein- oder abfährt, öffnet sich erst die Tür der Absperrungen und dann direkt die Wagentür.

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Beim spanischen Pendant zum ICE, dem Hochgeschwindigkeitszug AVE, und auch bei anderen Fern- und Nahverkehrsbahnen in Spanien dürfen nur Ticketinhaber die Bahnsteige betreten. An den Startbahnhöfen darf man erst dann auf die Bahnsteige, wenn der Zug bereits steht und die Gates geöffnet wurden.

In Großbritannien ist in vielen Bahnhöfen – ob im Regional- oder Fernverkehr und auch bei U-Bahnen – ein Zugang zu den Gleisen nur mit einem Ticket möglich. In einigen U-Bahnhöfen in London separieren außerdem große Scheiben die Gleise von den wartenden Fahrgästen. Erst wenn die Züge stehen, öffnen sich diese Zugänge. Nach Angaben einer Sprecherin der Londoner Verkehrspolizei kommt es "selten" vor, dass Menschen auf die Gleise gestoßen werden – und wenn, dann handelt es sich ihren Angaben zufolge meist um Leute, die sich kannten.

(dpa/rt deutsch)

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