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Religionsverbände kritisieren Nachweispflicht von Deutschkenntnissen für ausländische Geistliche

Religionsverbände kritisieren Nachweispflicht von Deutschkenntnissen für ausländische Geistliche
Superintendent Bischöfin der evangelischen Kirche Ulrike Trautwein, Erzbischof von Berlin Heiner Koch, Imam Kader Sanci, Bischof Markus Dröge, Priester Martin Gerber in der Gedächtniskirche im Gedenken an die Opfer des Terroranschlags am Breitscheidplatz in Berlin, Deutschland, 20. Dezember 2016.
Der Zentralrat der Muslime und Vertreter der katholischen Kirche in Deutschland kritisieren das Vorhaben des Bundesinnenministeriums, von ausländischen Geistlichen künftig einen Nachweis über deutsche Sprachkenntnissen vorlegen zu lassen. Dies könnte zu Unterbesetzungen in den Gemeinden führen.

In der katholischen Kirche wird versucht, ausländischen Geistlichen und Seelsorgern Deutschkenntnisse durch die Bistümer und Ordensgemeinschaften zu vermitteln. Von dem Vorhaben des Bundesinnenministeriums, Geistliche aus dem Ausland nur mit einem Nachweis über ausreichende Deutschkenntnissen einreisen und praktizieren zu lassen, hält die katholische Kirche nicht viel. Der Pressesprecher der Bischofskonferenz Matthias Kopp sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn: 

Die Anforderungen an die Sprachkenntnisse von religiös Beschäftigten dürfen nicht dazu führen, dass die Einreise der Betroffenen faktisch unmöglich gemacht wird. 

Imame auf einer muslimischen Anti-Terror-Demonstration in Berlin (Juli 2017)

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Mayzek, schließt sich dieser Ansicht an. Die Anforderungen würden zu Lücken in den Gemeinden führen und den gegenteiligen Effekt haben. Mayzek warnte auch davor, dass die Predigten den "falschen Akteuren in die Hände" fielen. 

Kopp schlägt den Nachweis einer "realistischen Sprachkompetenz" vor, welche im Ausland erworben werden kann: 

Die Erfahrung lehrt, dass die Sprache in Deutschland selbst leichter und schneller erlernt werden kann. 

Strittig ist noch, welches Sprachniveau nachgewiesen werden muss. Die Forderung entstand aus der Kritik an ausländischen Imamen, die ohne Deutschkenntnisse in deutschen Moscheen predigen.

Beim Besuch in Köln des türkischen Präsidenten Erdoğan am 29. September 2018 halten Symphatisanten türkische Fahnen und ein Porträt von ihm hoch.

Bei Ditib, dem türkischen Islam-Dachverband, sollen es rund 1.049 Angestellte sein. Der Großteil von ihnen verfügt über befristete Aufenthaltsgenehmigungen. Der Wechsel erfolgt üblicherweise nach vier Jahren. 

Die Integrationsbeauftrage der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Nina Warken betont die Wichtigkeit einer Regelung gegen "verfassungsfeindliche Lehren": 

Wir müssen dringend eine rechtssichere und praktikable Regelung finden, um zu verhindern, dass unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit verfassungsfeindliche Lehren verbreitet werden. Es ist gut, dass das BMI dieses Thema nun verstärkt in den Blick nimmt. Die Kernfrage aus meiner Sicht ist allerdings, was die Geistlichen predigen, nicht in welcher Sprache. 

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