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Boom von Privatschulen im Osten: "Einkommensunterschiede haben hier mehr Bedeutung"

Boom von Privatschulen im Osten: "Einkommensunterschiede haben hier mehr Bedeutung"
Leerer Klassenraum während eines Lehrerstreiks in Berlin, 18. Februar 2013.
Jedes zehnte Kind in Deutschland besucht eine Privatschule. Dabei ist der Anteil in Ostdeutschland höher als im Westen. Die Einkommensunterschiede spielen hier eine größere Rolle, so das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung. Die soziale Segregation zwischen Kindern nimmt zu.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat sich mit dem Thema Privatschulen in Deutschland befasst und kommt zu dem Ergebnis, dass es vor allem Akademiker sind, die ihre Kinder in Privatschulen unterrichten lassen. Dabei hat Ostdeutschland den Westen überholt. Hier erfuhren die Privatschulen seit 1992 einen Boom. Derzeit lernen 35 Prozent der Akademiker-Kinder im Osten an Privatschulen, im Westen sind es im Vergleich 21 Prozent. 

Die Leiterin der Abteilung Bildung und Familie am DIW Berlin, Prof. Dr. C. Katharina Spieß: 

Insbesondere Kinder aus Akademikerhaushalten gehen auf Privatschulen. (...) Wir sehen darüber hinaus, dass sich der Privatschulbesuch auch nach dem Einkommen des Haushalts, in dem die Kinder leben, unterscheidet. (...) Die Einkommensunterschiede gewinnen insbesondere in Ostdeutschland an Bedeutung. 

Aktuellen Zahlen zufolge sind bis zu 19 Prozent aller Mädchen und Jungen von Kinderarmut betroffen. In Ostdeutschland ist sogar jedes vierte Kind von Armut bedroht.

Laut Manja Bürger, Geschäftsführerin des Verbandes Deutscher Privatschulen in Sachsen und Thüringen, liegt es in ihrem Gebiet auch an der Schließung öffentlicher Schulen: 

Also ich glaube, es gibt viele individuelle Entscheidungen der Eltern, warum sie ihre Kinder auf so eine Schule schicken. Natürlich sind Akademikereltern bildungsnahe Eltern, die sicherlich entscheiden vom Schulweg, vom Erziehungsstil, Hobbys, Interessen, Nachmittagsbetreuung. All diese Wege führen dann gegebenenfalls auch in unsere Schulen. 

Die derzeitigen Entwicklungen aber führen zu einer Zunahme der "sozialen Segregation der Schülerinnen und Schüler", insbesondere im Sekundarschulbereich, so Spieß. Dabei unterscheiden sich die Leistungen der Privatschüler kaum von denen, die eine öffentliche Schule besuchen. 

Spieß schlägt Maßnahmen vor, damit das "Sonderungsverbot" im Grundgesetz greift. Dieses verbietet es privaten Schulen, "Schülerinnen und Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern zu unterscheiden". Auch eine Höchstgrenze für die Schulgelder ist denkbar. Öffentliche Schulen müssen ihre Attraktivität beibehalten.

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