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NRW: Sollen Kinder Türkisch statt Englisch in der Grundschule lernen?

NRW: Sollen Kinder Türkisch statt Englisch in der Grundschule lernen?
Türkisch statt Englisch? Die Idee stößt auf Widerstand.
Der Integrationsrat in Nordrhein-Westfalen macht darauf aufmerksam, dass jeder dritte Grundschüler in NRW einen Migrationshintergrund habe und fordert Konsequenzen. Doch der Vorschlag stößt nicht überall auf Gegenliebe.

Der Vorsitzende des nordrhein-westfälischen Integrationsrates, Tayfun Keltek, setzt sich für Türkisch-, Polnisch- und Russisch-Unterricht an Grundschulen ein. Dafür könne der Englisch-Unterricht an Grundschulen komplett abgeschafft werden, so Keltek gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger. Etwa ein Drittel aller Kinder im bevölkerungsreichsten Bundesland hätten einen Migrationshintergrund.

"Sie sprechen zum Beispiel Türkisch, Russisch, Polnisch. Für die deutschen Kinder wäre es einfacher, sie würden diese Sprachen erlernen. Und die Kinder mit Migrationshintergrund hätten mehr Zeit, sich auf das Deutsche zu konzentrieren." Für Kinder, die ohnehin zweisprachig aufwachsen, sei es besser, diese Kenntnisse zu vertiefen. "Dann fällt ihnen später auch das Englische leichter", so der Vorsitzende des Integrationsrates.

Beim Besuch in Köln des türkischen Präsidenten Erdoğan am 29. September 2018 halten Symphatisanten türkische Fahnen und ein Porträt von ihm hoch.

Der Vorschlag stößt nur bedingt auf Gegenliebe. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) erklärte am Freitag in Düsseldorf: "Es bleibt dabei, dass an Grundschulen und allen weiterführenden Schulen verpflichtend Englisch unterrichtet wird." Es gebe bereits ein breites Unterrichtsangebot in verschiedenen Herkunftssprachen wie Türkisch oder Polnisch. Der klassische Fremdsprachenunterricht bleibe unverändert. Integrationsstaatssekretärin Serap Güler (CDU) will den Fokus in den ersten beiden Grundschuljahren auf Deutsch legen:

Natürlich ist die Muttersprache wichtig, auch integrationspolitisch. Wir stellen aber auch fest, dass es zunehmend Kinder gibt, die in der Grundschule aufgrund schlechter Deutschkenntnisse nicht mitkommen. Damit sind sie von Anfang an benachteiligt.

Ähnlich sieht es auch der Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Uwe Brandl (CSU). Er forderte in der Welt vom Freitag "eine sofortige Spracherziehung" von Flüchtlingen und Migranten. Und zwar "vom ersten Tag des Hierseins" und unabhängig von der Bleibeperspektive. Er rief die Wirtschaft dazu auf, sich "viel stärker einzubringen, wenn es um die Vermittlung von Fähigkeiten und die Integration in unsere Arbeitswelt geht". Es müsse das gemeinsame Ziel sein, "eine deutlich höhere Integrationsquote zu erreichen als heute".

Brandl stellte zugleich den Integrationswillen von Flüchtlingen und anderen Migranten infrage. "Der Großteil der Zugewanderten hat an unseren Angeboten kein Interesse." Laut ihm gebe es nur einen "verschwindend geringen Prozentsatz echter Integrationswilliger". Der Rest drohe nach seiner Ansicht, "auf Dauer in den sozialen Netzen" zu bleiben.

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