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Die Europäer fanden die Welt früher besser

Die Europäer fanden die Welt früher besser
Helmut Kohl mit einem Präsentkorb im Oktober 1989
Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung kommt zu dem Ergebnis, dass einer großen Mehrheit der EU-Bürger die Welt früher besser gefallen hat. 67 Prozent der Befragten stimmen demnach der Aussage zu, die Welt sei früher ein besserer Ort gewesen. .

Eine große Mehrheit der Europäer hat Sehnsucht nach der Vergangenheit. Wie eine Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung ergab, sind 67 Prozent der Europäer der Meinung, die Welt sei früher ein besserer Ort gewesen. 

Befragt wurden 10.885 Bürger in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und Polen. Die Anzahl der "Nostalgiker" ist nach der Studie in Polen mit 59 Prozent am geringsten, es folgen Deutschland mit 61, Spanien mit 64 und Frankreich mit 65 Prozent. Die meisten "Nostalgiker" gibt es im krisengeschüttelten Italien, wo ihr Anteil 77 Prozent erreicht.

Folgt man der Studie, lassen sich unter den Jugendlichen unter 25 Jahren am wenigsten "Nostalgiker" finden. Doch auch unter ihnen ist mehr als die Hälfte der Meinung, die Welt sei früher ein besserer Ort gewesen (52 Prozent). Bei den Personen über 35 Jahren beträgt dieser Anteil über 70 Prozent. Frauen sehen die Vergangenheit insgesamt weniger positiv als Männer.

Die "Nostalgiker" sind der Europäischen Union gegenüber kritischer eingestellt als die "Nicht-Nostalgiker", befürworten aber trotzdem mehrheitlich (67 Prozent) die Mitgliedschaft ihres Landes in der EU. Sehr kritisch ist die Haltung der "Nostalgiker" zur Einwanderung. 78 Prozent von ihnen stimmen der Aussage zu, dass "Einwanderer sich nicht in die Gesellschaft integrieren möchten", 53 Prozent sind davon überzeugt, dass Einwanderer den Einheimischen "Jobs wegnehmen".

Laut Isabell Hoffmann, Europaexpertin der Bertelsmann-Stiftung und Mitautorin der Stiftung, ist Nostalgie immer auch ein Indiz für ein hohes Maß an Verunsicherung in der Gesellschaft. Der positive Blick auf die Vergangenheit habe auch eine wichtige Funktion, könne Stabilität und Halt bieten, so Hoffmann weiter.

Die Bertelsmann-Studie und ihre Ergebnisse sind durchaus aufschlussreich. Kritisch lässt sich allerdings der unreflektierte Gebrauch der Begriffe Nostalgie und Nostalgiker sehen. Diese Begriffe implizieren eine Weltfremdheit oder Wirklichkeitsferne der Betroffenen, die nicht den Tatsachen entsprechen muss. Auch bei vollkommen nüchterner und rationaler Betrachtung kann man in vielerlei Hinsicht zu dem Schluss kommen: "Die Welt war früher ein besserer Ort."

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