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Warum es keine gute Nachricht ist, wenn das WEF Deutschland für besonders wettbewerbsfähig hält

Warum es keine gute Nachricht ist, wenn das WEF Deutschland für besonders wettbewerbsfähig hält
Die Zentrale des WEF am Genfersee
Deutschland schneidet im neuen WEF-Index für Wettbewerbsfähigkeit besonders gut ab. Die Medien und die Regierung feiern den deutschen Spitzenplatz. Doch in Wirklichkeit ist dieser nur eine gute Nachricht für die hier tätigen internationalen Konzerne.

Das Weltwirtschaftsforum, kurz WEF, ist eine Stiftung mit Sitz im Schweizer Kanton Genf. Bekannt ist es vor allem durch seine Jahrestreffen in Davos, die als Stelldichein der globalen Elite gelten. Doch das WEF ist noch auf weiteren Feldern aktiv, so veröffentlicht es regelmäßig Analysen zu wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen.

In dieser Woche erschien der "Globale Wettbewerbsbericht 2018", der Deutschland hinter den USA und Singapur hinsichtlich seiner Wettbewerbsfähigkeit an dritter Stelle auf der Welt sieht. In Bezug auf die Innovationsfähigkeit liegt die Bundesrepublik vor den USA auf Platz eins.

Migranten als Manövriermasse für die Bedürfnisse des Marktes - so sehen das die Heinrich-Böll-Stiftung und das World Economic Forum.

Die Analysen des WEF sind mit Vorsicht zu genießen, denn die Stiftung unter ihrem macht- und sendungsbewussten Gründer Klaus Schwab hat eine klare neoliberale Agenda: mehr Markt, mehr Globalisierung, mehr Migration.

Das hielt die deutschen Medien nicht davon ab, die Feststellungen des WEF-Wettbewerbsberichts unkritisch zu übernehmen und gebührend zu feiern. Die dpa ging voran, Bildtriumphierte: "Wir sind Innovationsweltmeister!", die Weltjubelte: "Deutschland ist für die Zukunft offenbar gut gerüstet", fast der gesamte Mainstream berichtete in der gleichen Tonlage über die deutschen Spitzenplätze. Auch die Bundesregierung nutzte die Vorlage des WEF zur Verbreitung einer großen Portion Eigenlob.

Der Blogger und Volkswirt Norbert Haering dagegen hinterfragt die Feststellungen des WEF, wieder einmal. Auf seinem Blog erklärt er, dass die Verlässlichkeit des vom WEF erstellten Index in der Vergangenheit gering gewesen sei. Als Grund dafür sieht er die durch die Struktur des WEF bedingte Parteilichkeit. Das WEF wird von 1.000 Mitgliedsunternehmen finanziert, allesamt international tätige Konzerne. 100 von ihnen bringen als "strategische Partner" einen Großteil des Budgets der Stiftung auf.

Haering kommt nach einer Betrachtung der Methodik des WEF-Index zu dem Schluss, dass dieser die Interessen internationaler Konzerne widerspiegele. Die Bestandteile des Index "sollen laut Forum das Wachstum nicht direkt beeinflussen, sondern indirekt über die Renditen von Investitionen, die 'die grundlegenden Treiber des Wachstums sind'". Alles, was die Gewinne der Konzerne steigere, sei in diesem Index gut für die Wettbewerbsfähigkeit.

Ein hoher Indexwert zeige an, dass Konzerne in einem Land hohe Erträge aus Investitionen ziehen könnten, ohne von diesen zu viel für Löhne und Steuern aufwenden oder sich mit Regulierungen herumschlagen zu müssen. Anders als vom WEF in seinem blumigen PR-Sprech suggeriert, geht es damit nicht ums Gemeinwohl, sondern um das der Konzerne.

Haering weist auch auf die Parallelen zwischen der Rangliste des WEF-Wettbewerbsberichts und dem Schattenfinanzindex des Tax Justice Network hin. Die größten Zentren der Schattenfinanz, also die Länder, in denen Unternehmen Steuergesetze und Transparenzregeln am besten unterlaufen können, finden sich auch im WEF-Index auf den Spitzenplätzen.

Für die Leser von Bild und anderen Mainstreammedien ist also ein deutscher Spitzenplatz im WEF-Index zur Wettbewerbsfähigkeit keine gute Nachricht. Denn unter ihnen dürften sich deutlich mehr abhängig Beschäftigte befinden als Anteilseigner internationaler Konzerne.

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