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Grünen-Politiker verklagt AfD wegen des Trauermarsches in Chemnitz

Grünen-Politiker verklagt AfD wegen des Trauermarsches in Chemnitz
Schweigemarsch in Chemnitz, Deutschland, 1. September 2018.
Andreas Lösche, Politiker der Grünen in Bamberg, verklagt die AfD wegen des Trauermarsches in Chemnitz. Demonstranten zeigten dabei das Bild seiner getöteten Schwester, für Lösche ein Gesetzesverstoß. Auch wurde seine Schwester nicht durch einen Migranten getötet.

Die AfD war Mitveranstalter des Trauermarsches von Chemnitz, bei dem Demonstranten Bilder von Menschen vor sich her trugen, die durch Ausländer getötet wurden. Die AfD bezeichnete die Demonstration als "Schweigemarsch". Die 28 Jahre alte Sophia Lösche wurde im Juni durch einen marokkanischen Lkw-Fahrer ermordet. In einem Interview mit der taz machte Andreas Lösche, Kreisrat von den Grünen in Bamberg, seinem Ärger Luft:

Das ist die widerrechtliche Verwendung eines Bildes. Wenn ein Bild von der Polizei zur Fahndung benutzt wird, ist es frei verwendbar, zum Beispiel von den Medien. In dem Moment, in dem das Opfer gefunden wird und der Täter dingfest gemacht wird, erlischt dieses Recht. 

Die Verwendung des Bildes fände er nicht schlimm, aber es geht ihm um den Kontext. Das Bild seiner getöteten Schwester wurde von Bachmann und Höcke fleißig geteilt. 

Lösche sei sich nach dem Tod seiner Schwester bewusst gewesen, dass die Geschichte des Mordes ein "gefundenes Fressen für die Rechten" ist. Die Leiche und der Täter konnten nur gefunden werden, weil Andreas Lösche mit Verwandten und Freunden die Ermittlungen selbst in die Hand genommen hatte und sie öffentlich nach der Sophia suchten. 

Der Polizei wirft er vor, tatenlos geblieben zu sein: 

Ich behaupte, und dabei bleibe ich, man hat uns am Anfang nicht richtig zugehört. Man hat das einfach als Routinefall abgeheftet. Dabei war der Fall klar: Eine Tramperin steigt in einen Lkw, schreibt noch: Sitze beim Marokkaner Bob auf dem Truck. Dann geht das Handy aus, und sie kommt nie beim Geburtstag ihres Vaters an.

Sophia war auf dem Weg von Leipzig in die Oberpfalz. 

Auch ein Internetportal verkaufte Aufkleber, ähnlich den Stolpersteinen, die den Namen seiner Schwester zeigen. Beworben werden sie mit den Worten: 

Opfer des durch die Blutkanzlerin Merkel initiierten Vergewaltigung-Dschihads. 

Über seine Schwester sagte Andreas: 

Sie hatte diesen Glauben an das Gute in den Menschen, und sie konnte andere begeistern, auch so zu denken. 

Im Aufruf zum Trauermarsch schrieb Björn Höcke von der AfD, die Demonstranten sollten gedeckte Kleidung tragen und weiße Rosen mitbringen. Extremisten und Gewalttäter dürften nicht mitmarschieren. Eine Stunde vor dem Schweigemarsch marschierten Pro-Chemnitz-Anhänger. 

Chemnitz: Demonstranten marschieren mit Porträts der angeblichen Opfer von Migranten

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