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Wegen fehlender Mittel: Imam-Ausbildung in Osnabrück wird beendet

Wegen fehlender Mittel: Imam-Ausbildung in Osnabrück wird beendet
Die Mosche "Merkez Büyük Cami" in Dortmund, Deutschland, 17. Juli 2015.
Acht Jahre lang hatte das vom Institut für islamische Theologie in Osnabrück durchgeführte einzige Ausbildungsprogramm für Imame in Deutschland Bestand. Im September wird das Programm wegen fehlender Mittel eingestellt. Grüne und FDP fordern seinen Erhalt.

In Deutschland gibt es über 2.000 Imame. Diese Zahl wird lediglich an den Moscheegemeinden festgemacht, denn der Beruf ist in Deutschland nicht registriert. Darunter finden sich viele, die aus dem Ausland nach Deutschland geschickt werden, um das Gebet in den deutschen Moscheen zu führen. Einige arbeiten ehrenamtlich oder in Teilzeit, andere sind festangestellt. Die einzige Ausbildung zum Imam in Deutschland wird in diesem Jahr beendet.

Rund 150 Männer und Frauen hatten das Ausbildungsprogramm am Institut für islamische Theologie in Osnabrück durchlaufen. Geleitet wurde es vom 41 Jahre alten Professor Bülent Uçar. Die Gelder für die Imam-Ausbildung kamen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), dem Wissenschaftsministerium Niedersachsen und dem Bundesbeauftragten für Kultur und Medien. Uçar fordert: 

Wir benötigen ein Seminar außerhalb der Universität zur praktischen Ausbildung von Imamen in Deutschland. (...) Es war immer als Provisorium gedacht mit befristeten finanziellen Zuschüssen.

FDP-Chef Lindner will muslimischen Mädchen das Tragen eines Kopftuches in Schulen und Kitas verbieten. (Symbolbild)

Von den Grünen, der FPD und auch der AfD gibt es Zustimmung für ein Ausbildungsprogramm für Imame, dessen Inhalte der Staat kontrolliert und mit dem Extremismus entgegengewirkt werden kann.

Um das Programm durch Spenden weiterzuführen, so die AfD, müsse sichergestellt werden, dass die Spenden aus "dem liberalen Islam" kommen. Belit Onay, migrationspolitischer Sprecher der Grünen, sagte:

Insbesondere für die hier geborene muslimische Generation werden Imame gebraucht, die Land und Leute, Kultur und Sprache kennen. 

Auch der FPD-Bildungsexperte Björn Försterling ist der Ansicht, dass gerade heute eine Imam-Ausbildung in Deutschland notwendig sei. Auch im Koalitionsvertrag wird der Wunsch einer Imam-Ausbildung geäußert:

Aufbauend auf die seit 2010 bundesweit anerkannten Imam-Weiterbildungsangebote an der Universität Osnabrück, soll dort eine grundständige Imam-Ausbildung eingerichtet werden. 

Die Mehrheit der Vorbeter in den Moscheen in Deutschland spricht nur wenig Deutsch. Rauf Ceylan, Religionswissenschaftler und islamischer Religionspädagoge an der Universität Osnabrück, sieht hierin ein Haupthindernis der Integration. Dem Deutschlandfunk sagte er:

Also, es war völlig verständlich, als man in Deutschland dachte, in Deutschland leben Türken, dass diese Türken türkische Imame hatten. Aber im Zuge der Migrationsgeschichte sind viele von denen Deutsche geworden. Und das sind deutsche Schulkinder. Und es ist eben vor diesem Hintergrund nicht verständlich, warum deutsche Schulkinder zu einem türkischen Imam gehen, wenn sie eine Frage haben.

In Osnabrück standen für die künftigen Imame Predigtlehre, Seelsorge, deutsche Kultur, Extremismusprävention und rechtliche Zusammenhänge auf dem Stundenplan. 

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