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Bundeswehr: Auf dem Weg zur Söldnertruppe

Bundeswehr: Auf dem Weg zur Söldnertruppe
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen mit Soldaten in Afghanisten
Die Bundeswehr erwägt, EU-Ausländer für den Dienst in der Truppe zuzulassen. Die Aufnahme von Ausländern wäre weit mehr als eine Notmaßnahme gegen den Personalmangel der Bundeswehr. Es wäre ein Schritt hin zu einer universell einsetzbaren Söldnerarmee.

von Andreas Richter

Söldner waren bis in die Neuzeit ein bei Herrschern und Regierungen sehr beliebtes Instrument. Ihr Einsatz hatte Nachteile: Sie waren teuer, nicht immer zuverlässig und konnten unter Umständen für die eigene Herrschaft zur Bedrohung werden.

Doch offenbar überwogen aus Sicht der Herrschenden die Vorteile: Mit Söldnern ließen sich Kriege führen, die bei der eigenen Bevölkerung unbeliebt waren, und sie ließen sich im Zweifel problemlos gegen ebendiese Bevölkerung einsetzen.

Symbolbild

Vor einigen Tagen nun ging eine Meldung durch die Presse, nach der die Bundeswehr in Ermangelung geeigneten Personals erwäge, EU-Ausländer für den Dienst zuzulassen. Ein Versuchsballon, sicher, doch die Richtung ist eindeutig.

Normal, werden manche sage, schließlich findet die Truppe seit Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011 einfach nicht genügend Freiwillige.

Tatsächlich aber wäre ein solcher Schritt die logische Fortsetzung dieser Aussetzung: weg von einer Wehrpflichtarmee zur Landesverteidigung und hin zu einer Truppe, die überall in der Welt eingesetzt werden und dabei auch Verluste erleiden kann, ohne dass es dabei in der Heimat zu Verwerfungen und Protesten kommt.

Schon heute sind gefährliche Einsätze wie der in Afghanistan nur durchführbar, weil die potenziellen und tatsächlichen Opfer weniger aus der Mitte der Gesellschaft kommen als von deren unteren Rändern.

Dieser Umstand befreit die Regierung übrigens auch von der Notwendigkeit, die Auslandseinsätze vernünftig zu begründen. Zwar ist heute nicht mehr vom Brunnenbauen die Rede, auch einen Satz wie "Deutschland wird am Hindukusch verteidigt" würde kein Minister mehr in den Mund nehmen, aber es gibt kaum eine glaubhafte Erklärung dafür, worum es in Afghanistan, in Mali, im Irak oder im Mittelmeer wirklich geht.

Nun soll die Bundeswehr mit nichtdeutschen Soldaten also noch weiter von der Gesellschaft entfernt werden. Und sie soll noch mehr dazu befähigt werden, Aufgaben durchzuführen, die nicht dem Willen und dem Interesse dieser Gesellschaft entsprechen. Auch wenn sich viele Deutsche freuen, die Wehrpflicht los zu sein – die hier angedachte Schaffung einer Söldnerarmee ist für das Land gefährlich.

Mehr zum Thema - EU-Ausländer als Soldaten: Pläne der Bundeswehr werden konkreter

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