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MDR: Keine Studios mehr für "Propagandasender"

MDR: Keine Studios mehr für "Propagandasender"
Der MDR will seine Studiokapazitäten nicht mehr jedem Sender zur Verfügung stellen. Dies war bisher branchenüblich. Das Nachsehen hat RT, aber auch für andere Journalisten wird es eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen bedeuten. Ein kluge Lösung?

Der MDR soll seine Vergabekriterien für Kapazitäten an ausländische Sender neu regeln, so die Intendantin Karola Wille bei einer Sitzung des MDR-Rundfunkrates am Montag. Dies berichtet der Tagesspiegel. Der Grund: die vermeintlich skandalöse Praxis, Senderstudios an RT Deutsch zu vermieten.

Im März interviewte RT International den sächsischen AfD-Politiker Maximilian Krah über das MDR-Landesfunkhaus in Dresden. RT hatte im Vorfeld beim Sender nach Kapazitäten gefragt und im Anschluss die aufgelaufenen Kosten ordnungsgemäß beglichen.

Der sachsen-anhaltische Grünen-Politiker und MDR-Rundfunkrat Sören Herbst zeigte sich damals empört: Bei RT handele es sich nicht um ein seriöses Unternehmen, sondern um ein Propagandainstrument, dessen Hauptaufgabe es sei, Informationen im Sinne des Kreml zu generieren, zu manipulieren und größtmögliche Verbreitung für diese zu gewährleisten.

Funkhaus des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) in Halle/Saale

Wie der MDR bekannt gab, hatte RT International seit 2016 sechsmal die Studios des MDR genutzt.

Konkrete Änderungen soll es laut Wille nicht geben. Man wolle sich aber wieder verstärkt an die Vorgabe halten, Kapazitäten nur Mitgliedern der Europäischen Rundfunkunion EBU zur Verfügung zu stellen. Dieser Union gehört RT nicht an. Andere Rundfunkräte forderten einen inhaltlichen Maßstab zur Vergabe: Nur Sender mit unabhängiger Berichterstattung sollen künftig Studios anmieten dürfen.

Wo ist der Skandal?

Es ist seit Jahrzehnten brancheninterne Gewohnheit, anderen Kollegen, sofern verfügbar, Räume oder technische Einrichtungen für Übertragungen zur Verfügung zu stellen. Auch deutsche Journalisten haben im Ausland auf die Infrastruktur einheimischer Sender zurückgreifen müssen, unabhängig von der politischen Ausrichtung. Es spielte keine Rolle, welcher Vereinigung man angehörte.

Eine Änderung dieser Praxis zeugt von einem tiefen Unverständnis für die Zusammenarbeit der Kollegen innerhalb der Branche. Die Arbeit im Ausland oder in entlegenen Gebieten, wo kein eigenes Equipment zur Hand ist, wird unnötig erschwert, wenn nicht sogar unmöglich gemacht.

Eine unpolitische Dienstleistung, die seit Jahren in der Fernsehbranche gang und gäbe ist, zu skandalisieren und zu politisieren, ist absurd und befremdlich und ein Zeichen der Hysterie, die allein der Name RT auslöst. Meistens wohl bei denjenigen, die vom RT-Inhalt keine Ahnung haben.

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