Programmbeschwerde: "Bösartige Sprachschlamperei verdeckt Nachrichtenunterschlagung"

Programmbeschwerde: "Bösartige Sprachschlamperei verdeckt Nachrichtenunterschlagung"
Zwei ehemalige Mitarbeiter der deutschen Staatsmedien haben Programmbeschwerde gegen die Tagesschau eingereicht. Die ARD betreibe "gezielte und absichtliche Desinformation" hinsichtlich des Syrien-Konfliktes. Wir dokumentieren die Eingabe.

RT Deutsch dokumentiert im Wortlaut die Programmbeschwerde, die der ehemalige Tagesschau-Redakteur Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer, der Ex-Vorsitzende des ver.di-Betriebsverbandes im NDR, gemeinsam verfasst haben:

Symbolbild

Sehr geehrte Rundfunkräte,

dass ARD-aktuell sogar in der Ausdrucksweise gleichförmig wie die restlichen etablierten Massenmedien einseitig über den Syrienkonflikt berichtet, ist die Konsequenz aus dem von Chefredakteur Dr. Gniffke verfügten Ausschluss alternativer Informationsquellen. Tagesschau & Co. reproduzieren nur das von den transatlantisch genormten Nachrichtenagenturen AP/dpa, Reuters und AFP gelieferte Material. Dieses enthält häufig Sprachmüll, der allerdings nicht zufällig in die Nachrichten geriet, sondern einseitiger politischer Ausrichtung dient. 

Deutlich erkennbar wurde das in der Tagesschau-Sendung am 21.2. um 20 Uhr. 

Textauszug: 

Mit massiven Angriffswellen verstärken Regierungstruppen in Syrien den Druck auf Ost-Ghuta. Die Enklave ist eines der letzten Gebiete im Land, die noch von Rebellen kontrolliert werden. [...] Seit Jahren (Grafik: seit 2013) belagern Truppen des Assad-Regimes die Rebellenhochburg, die von islamistischen Milizen dominiert wird. [...] 400.000 Menschen sind dort eingeschlossen.

Diese Sprache ist verräterisch. Ost-Ghuta bei Damaskus wird zur "Enklave" auf syrischem Staatsgebiet und damit zu einer Region erklärt, die zu einem fremden Staat gehört. Vielleicht zur Hoheitszone der USA? Deren Terroristentruppen halten Ost-Ghuta schließlich besetzt, was ARD-aktuell allerdings nie melden würde. Weil es die Herrschaften in Washington sich selbst nicht eingestehen?

ARD-aktuell, die vom Gebührenzahler finanzierte Redaktion, unterrichtet konsequent nicht darüber, wer und was diese "Rebellen" eigentlich sind, nämlich Söldner überwiegend nicht-syrischer Nationalität, Terroristen aus aller Herren Länder. Die Tagesschau informiert ebenso konsequent nicht darüber, wer diese Banditen ausrüstet und finanziert, die eine Region mit 400.000 Bewohnern besetzt halten können. Warum nicht? 

Nawalny, Nawalny, immer nur Nawalny.

Warum wird (Sprache als Täuschungsmittel) davon geschwätzt, die Region sei von Regierungstruppen seit Jahren "eingeschlossen"? Warum wird nicht richtigerweise gesagt, dass eine von der Westlichen Wertegemeinschaft (WWG) unter US-Führung versorgte Terroristenarmee Ost-Ghuta "besetzt" hält, wie es sich für eine sachliche Betrachtung gehören würde?

Warum wird denn nicht erklärt, wie es nur möglich ist, dass eine terroristische Besatzungsmacht sich seit Jahren behauptet, obwohl sie von Regierungstruppen "eingeschlossen" ist?

Noch einmal, damit es auch bei Ihnen, dem Rundfunkrat, "sitzt": Eine Enklave ist

[...] ein Staatsgebiet, das vollständig vom Gebiet eines anderen umschlossen ist, also keine Grenze zu einem zweiten Staat und keinen eigenen Zugang zur hohen See hat. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Enklave

Was verrät die Sprache, die von ARD-aktuell hier konsequent verwendet wird? Pure Gedankenlosigkeit beim Verwursten von Agenturmaterial wäre noch die "harmloseste" Erklärung, wiewohl zugleich ungeheuerlich genug, weil zu berücksichtigen ist, dass ARD-aktuell ein Millionenpublikum zu informieren hat. Wahrscheinlicher ist, dass der desinformatorische Sprachduktus der Agenturen sehr wohl erkannt und willig beibehalten wurde, weil saubere, seriöse Information über die Umtriebe der USA und ihrer Hiwis in Syrien gar nicht beabsichtigt ist.

Das darf getrost unterstellt werden. Denn am 22. Februar veröffentlichte die libanesische Zeitung Al Akhbar den Artikel "Washington an seine Verbündeten: Lasst uns Syrien aufteilen", basierend auf dem Protokoll eines Diplomatentreffens in Washington, D.C. am 11. Januar (Quelle: http://al-akhbar.com/node/291239). Die Echtheit des Dokuments steht mittlerweile außer Frage, aber es wird von den transatlantisch genormten Nachrichtenagenturen verständlicherweise nicht verbreitet. In alternativen Quellen findet es sich aber, und spätestens von dort hätte Dr. Gniffkes Qualitätsjournalisten-Verein die Geschichte auch übernehmen können. 

Quelle Screenshot: http://www.tagesschau.de

Quelle u.a.: https://www.rubikon.news/artikel/lasst- ... -aufteilen

Aber nein, ARD-aktuell bleibt stramm auf transatlantischer Linie und versucht krampfhaft, die im US-Auftrag mordenden Terroristen in Ost-Ghuta mit verharmlosenden Begriffen ("islamistische Milizen") einer kritischen Betrachtung zu entziehen. Verschwiegen wird, wie systematisch die USA ihre Todesschwadronen in Syrien zum Staat im Staat zu machen versuchen. 

Quelle: https://southfront.org/u-s-uses-tanf-ga ... -military/

Hinweise wie diese kommen aus frei zugänglichen Quellen, doch solche Sichtweisen schließt Dr. Gniffke als Inhaber der Unfehlbarkeit und Alleinbesitzer der Wahrheit aus.

ARD-aktuell betreibt mit seiner Syrienberichterstattung gezielte und absichtliche Desinformation. Die Verstöße gegen den Rundfunkstaatsvertrag (§11 e) sind offensichtlich. Sie, werte NDR-Rundfunkräte, tolerieren den propagandistischen Missbrauch der wichtigsten Nachrichtensendung der Republik seit Jahr und Tag. Wir wünschen Ihnen weiterhin angenehme Ruhe, sie wird Ihnen ja vom Sender angemessen bezahlt.

Mit freundlichen Grüßen

Volker Bräutigam, Friedhelm Klinkhammer