Cottbus: Bei Landtagswahlen am Sonntag erhielte die AfD fast 30 Prozent der Stimmen

Cottbus: Bei Landtagswahlen am Sonntag erhielte die AfD fast 30 Prozent der Stimmen
Teilnehmer einer Demonstration gegen Zuwanderung in Cottbus am 3. Februar 2018. Unter die Demonstranten mischten sich nach Polizeiangaben vereinzelt auch Rechtsextreme.
Wenn am Sonntag in Cottbus Wahlen wären, würde die Alternative für Deutschland fast 30 Prozent erreichen. Bei der letzten Landtagswahl in Brandenburg hatte sie dort knapp elf Prozent erzielt. Eine Mehrheit sieht die Stadt mit der Integration der Flüchtlinge überfordert.

Fast 30 Prozent für die Alternative für Deutschland (AfD): Wenn am kommenden Sonntag in Brandenburg gewählt werden würde, käme die AfD in Cottbus auf 29 Prozent und würde damit stärkste Partei werden. Bei den letzten Landtagswahlen im September 2014 erzielte die AfD in Cottbus 10,7 Prozent. Bei Wahlen an diesem Sonntag würde sie ihren Stimmenanteil somit verdreifachen. Dies geht aus einer Umfrage von Infratest Dimap im Auftrag des rbb hervor. Befragt wurden rund 1.000 Wahlberechtigte.

Auf Platz zwei käme die CDU mit 24 Prozent, ein Verlust von knapp fünf Prozent im Vergleich zu 2014. Der große Verlierer wären die Sozialdemokraten. Bei der letzten Landtagswahl erreichte die SPD in Cottbus 31,8 Prozent, nun würde sie auf 15 Prozent fallen. Die Linke käme  auf 17 Prozent (2014: 17,2 Prozent), die FDP würden sechs Prozent wählen, 2014 waren es knapp ein Prozent. Die Grünen kämen auf fünf Prozent, bei den letzten Landtagswahlen erzielten sie 4,5 Prozent.

Seit Wochen beherrscht Cottbus die Schlagzeilen. Gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Einheimischen und Flüchtlingen sorgten für bundesweite Berichte über die zweitgrößte Stadt Brandenburgs. Mehrere Angriffe von Asylbewerbern auf Passanten im Zentrum der rund 100.000-Seelen-Stadt brachten die bereits angespannte Stimmung zum Kochen. Danach wurde die Polizeipräsenz aufgestockt, und bis auf Weiteres werden auf Anweisung des Landes keine weiteren Flüchtlinge aus der Erstaufnahmeeinrichtung in der Stadt verteilt.

Mehrheit der Bewohner fühlt sich in ihrer Stadt sicher

Wenn es um das Sicherheitsgefühl geht, antworteten aber insgesamt 64 Prozent der Bewohner der Stadt in der Lausitz, dass sie sich sehr sicher (19 Prozent) oder eher sicher (45 Prozent) fühlen. Eher unsicher fühlen sich 23 Prozent, während nur 10 Prozent angaben, sich in Cottbus sehr unsicher zu fühlen.

Vor etwa zwei Wochen attackierte ein 15-Jähriger ein deutsches Ehepaar am Einkaufszentrum Blechen-Carré mit einem Messer. Ein paar Tage später verletzte   am selben Ort ein minderjähriger Syrer einen 16-jährigen Deutschen mit einem Messer im Gesicht.

Bei der Frage nach der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung äußerte eine deutliche Mehrheit (72 Prozent) ihr Missfallen. Nur 24 Prozent bezeichneten sich als zufrieden, ein Prozent als sehr zufrieden. Die Mehrheit der Befragten (66 Prozent) äußerte zudem die Ansicht, dass Cottbus mit der Integration der Flüchtlinge überfordert sei. 64 Prozent finden, dass die Stadt nicht ausreichend von der Landespolitik unterstützt werde.

Nachdem es Anfang des Jahres gehäuft zu Gewalt zwischen Deutschen und Flüchtlingen gekommen war, folgten Proteste gegen weitere Zuwanderung. Die Demos gewannen stetig an Zulauf. Cottbus scheint in zwei Lager geteilt zu sein – auf der einen Seite die Befürworter, auf der anderen die Gegner der Flüchtlingspolitik. Im Juni wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Stadt besuchen. Steinmeier hatte erst kürzlich den Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) und weitere Vertreter der Stadt wie etwa den Präsidenten der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg Jörg Steinbach im Schloss Bellevue empfangen.

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