Immer mehr Bürger in Deutschland bewaffnet: Änderung des Waffenrechts gefordert

Immer mehr Bürger in Deutschland bewaffnet: Änderung des Waffenrechts gefordert
Wolfgang Schäuble betrachtet vom Zoll konfiszierte Waffen, Bonn, Deutschland, 4. April 2017.
Schleswig-Holstein zählt zu viele kleine Waffenscheine. Zwischen 2015 und Ende 2017 stieg die Zahl der Waffenscheine von 9.928 auf 20.495 an. In den anderen Bundesländern gibt es einen ähnlichen Trend. Eine bundesweite Änderung des Waffenrechts wird gefordert.

Der kleine Waffenschein berechtigt das Führen von Signal-, Reizstoff- und Schreckschusswaffen. Diese müssen mit dem Siegel der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) versehen sein. Das Recht auf die Schreckschusswaffe ist erlaubnisfrei. Es reicht aus, dass die Person frei von Vorstrafen und volljährig ist, die Waffe fachgerecht aufbewahren wird, körperlich und geistig geeignet ist und keine Abhängigkeiten zu Drogen und Alkohol vorliegen. Die Gebühren variieren und liegen zwischen 30 und 150 Euro. Seit April 2003 gibt es den kleinen Waffenschein. 

Erst hieß es, dass die Silvesternacht relativ ruhig verlaufen sei. Nun kommen immer mehr unangenehme Details ans Licht.

Staatssekretär Torsten Geerdts (CDU): 

Ich wäre schon froh, wenn man diesen kleinen Waffenschein nicht einfach übers Internet online beantragen könnte, sondern dass es eine Zuverlässigkeitsprüfung gibt. 

Während in Deutschland im Januar 2016 300.949 kleine Waffenscheine ausgegeben wurden, waren es Ende Mai 2017 schon 529.923. 

Als Gründe für den kleinen Waffenschein geben Besitzer an, sich vor Einbrechern und Übergriffen wie denen in der Silvesternacht in Köln schützen zu wollen. Die "German Rifle Association" ist davon überzeugt, dass die Bewaffnung von Privatpersonen zu mehr Sicherheit führt und sorgt sich vor einer Verschärfung des Waffenrechts. 

Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft hat Verständnis für den kleinen Waffenschein, allerdings auch Bedenken: 

Es gibt mehr Wohnungseinbrüche, mehr Gewalt auf der Straße wie in Köln und gleichzeitig niedrige Aufklärungsquoten. Die Leute haben ein Gefühl der Hilflosigkeit. Im entscheidenden Moment kann ein Laie weder ein Pfefferspray richtig bedienen noch eine Schreckschusswaffe.

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