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Was nicht passt, wird passend gemacht? WDR ruft zu Denunziation von Ärzten auf

Was nicht passt, wird passend gemacht? WDR ruft zu Denunziation von Ärzten auf
Situation im Wartezimmer in der Zeit vor Corona. Müsste wohl heute gemeldet werden. (Symbolbild)
Der Corona-Hype ist wieder in vollem Gange. Doch die Zahl der Kritiker am Corona-Kurs wächst, und der Mainstream weiß offenbar nicht so recht, wie er damit umgehen soll. Beim WDR wird jetzt dazu geraten, den eigenen Arzt zu denunzieren, wenn dieser Corona "verharmlost".

von Falko Looff

Der Irrsinn – anders kann man es eigentlich nicht mehr bezeichnen – geht weiter. Der öffentlich-rechtliche Sender WDR setzt sich in einer Meldung vom Dienstag mit der Frage auseinander, was zu tun sei, wenn der eigene Arzt Corona "verharmlose" oder "gar leugne". So würden einige Mediziner doch tatsächlich die Auffassung vertreten, bei dem Virus handele es sich in Wahrheit gar nicht um eine so große Bedrohung. Oder es würde das Tragen einer Maske für unsinnig oder – schlimmer noch – gesundheitsschädigend erklärt.

Präsident der Bundesärztekammer Klaus Reinhardt

Das möchte der WDR natürlich nicht so stehenlassen und lässt seine Adressaten in gewohnt manipulativer Sprache wissen, dass dieses Verhalten von Ärzten etwas ganz Schlimmes sei. "Gefahr, Gefahr!!!" lautet da die mehr oder weniger unterschwellige Botschaft des mit öffentlichen Geldern finanzierten Senders. Immer schön die Spannung halten, Angst machen, Unruhe hineinbringen. Es scheint die Aufgabe dieser "Qualitätsmedien" zu sein, die Bevölkerung regelrecht weichzuklopfen und zu behämmern mit immer denselben Phrasen.

Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Positionen dieser Ärzte erfolgt dabei freilich nicht. Stattdessen wird ein "Autoritätsargument" bemüht. Denn das Verhalten dieser von der gewünschten Marschrichtung abweichenden Mediziner sorge nicht nur bei deren Patienten für "Ratlosigkeit", sondern vor allem bei deren Standesvertretern für "Entsetzen". Die reine Psychotour. Jetzt hat man schon mal geklärt, wer hier Schuld an etwas ganz Schlimmem trägt und wer auf der guten, richtigen Seite steht. Freier Austausch von Argumenten sieht anders aus. Und dass sich mittlerweile die gegenüber dem Umgang mit Corona kritischen Stimmen aus Fachkreisen mehren und lauter werden, wird ansonsten mit keiner Silbe erwähnt. So ist das wohl, wenn man in der eigenen Echokammer unterwegs ist. Oder wenn man eine Agenda hat.

Diese öffentlich-rechtlichen Psychospiele folgen in der Regel einer strukturierten Systematik, so auch hier. Nach der Angstmache und Beunruhigung sowie dem Einordnen in "richtig" und "falsch" folgt dann Schritt 3: Das Übermitteln des "korrekten" (gewünschten) Verhaltens. Man könnte es auch die Platzierung eines Gedankens nennen. Denn die beste Manipulation ist ja immer jene, die dem Adressaten vermittelt, es sei sein eigener Wunsch und zu seinem Besten. Der WDR formuliert es so:

Das Positive: Die meisten Mediziner erkennen das Coronavirus als eine ernstzunehmende Gefahr für die Bevölkerung an. Das Negative: Einige wenige "Götter in Weiß" missbrauchen ihren beruflichen Status, um ihre persönliche Anschauungsweise legitim erscheinen zu lassen – zum Nachteil von Patienten.

Man erfährt also, dass es die meisten Ärzte richtig machen. Doch "einige wenige" sind böse. Sie "missbrauchen", folgen – anders als die Guten – vor allem ihrer "persönlichen Anschauungsweise" und all dies obendrein zum "Nachteil von Patienten", also potenziell von uns allen. Wow. Der WDR berichtet weiter, dass nach der Berufsordnung ein ärztliches Fehlverhalten – zu dem ein "Herunterspielen oder Leugnen des Virus" zähle – mit einer "empfindlichen Geldstrafe" oder auch anderen "berufsrechtlichen Maßnahmen" geahndet werden könne.

Die schwedische Ministerin für Gesundheit und Soziales Lena Hallengren (l.) und der Staatsepidemiologe Anders Tegnell (r.) von der schwedischen Gesundheitsbehörde bei einer Pressekonferenz zur Corona-Krise, in der das skandinavische Land einen weniger strikten Weg als andere Staaten verfolgt

Puh, zum Glück sind es ja nur wenige. Doch was kann man denn bloß tun, um sich vor solchen Übeltätern zu schützen? Hier beruft sich der WDR auf die Aussage einer namentlich nicht genannten Sprecherin der Ärztekammer Nordrhein. Man solle "wachsam und kritisch" sein, rät diese, und weiter heißt es:

Wer eine Arztpraxis betritt, sollte sich umschauen und ein Auge darauf haben, ob die allgemeinen Hygiene-Vorschriften eingehalten werden. Tragen alle Masken? Gibt es eine Plexiglaswand am Empfangstisch? Wird auf genügend Abstand geachtet, auch im Wartezimmer? Bei Abweichungen: Unbedingt das Praxisteam ansprechen. Und dem Arzt widersprechen, falls er alles als harmlos hinstellt. Hinweise über entsprechende Fälle bitte der zuständigen Ärztekammer melden. 'Wir gehen dann der Sache nach.'

Ja, genau. Immer schön aufpassen, dass die Mitmenschen auch alles richtig machen. Und dem Praxisteam Bescheid geben, wenn es "Abweichungen" gibt. Es sich nicht gefallen lassen, wenn irgendwo vielleicht gar jemand gerade keine Maske aufhat. Dies hilft dem medizinischen Personal bestimmt immens bei dessen Arbeit. Und dann natürlich die Krönung: Bitte unbedingt dem Arzt widersprechen, wenn er die Gefährlichkeit einer Krankheit einschätzt. Natürlich nur bei Corona, also fürs Erste. Und wenn alles nichts hilft: Melden, anschwärzen, denunzieren.

Nach Angaben der Sprecherin seien 17 Fälle bekannt, in denen Mediziner das Coronavirus "verharmlosen oder gar leugnen". Doch es dürften tatsächlich sehr viel mehr sein. Wegen 17 Personen würde der WDR sicherlich nicht solch einen Aufriss veranstalten. Immerhin berichtet der Sender selbst sogar an anderer Stelle bereits von Ärzte-Flugblättern in Düsseldorf – natürlich negativ konnotiert. Ignorieren – sonst das erste Mittel der Wahl – geht bei Corona offenbar nicht mehr. Denn mittlerweile wagen sich vermehrt auch Mediziner mit Rang und Namen aus der Deckung. Auch gibt es die Initiative Ärzte für Aufklärung mit nach eigenen Angaben rund 500 eingetragenen Unterstützern sowie regionalen Gruppen. Das ist gut so. Denn wir haben tatsächlich ein großes Problem in diesen Tagen. Aber das heißt nicht Corona.

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