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Linken-Anfrage: Für 15 Millionen Beschäftigte resultiert aus zu niedrigen Löhnen wohl Altersarmut

Linken-Anfrage: Für 15 Millionen Beschäftigte resultiert aus zu niedrigen Löhnen wohl Altersarmut
Kein seltener Anblick: Ein älterer Mann sitzt auf der Friedrichstraße und fragt nach Geld. (Symbolbild)
Von Altersarmut sind nicht nur Randgruppen betroffen. Laut einer Anfrage der Linken könnten Millionen Beschäftigte zu wenig für ein Alter in Würde haben, weil ihr Stundenlohn zu niedrig ist. Dies betrifft mehr als 70 Prozent Frauen. Auch die Mittelschicht ist nicht gefeit.

Viele Deutsche haben Angst vor Altersarmut. Und laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes aus einer Anfrage der Linken-Fraktionist dies für Millionen Deutsche keine abstrakte Angst, sondern eine reale Aussicht. Abgesehen von den Millionen Erwerbslosen, Aufstockern und Geringverdienern werden auch Bürger aus der Mittelschicht zu wenig haben,mehr als ein Drittel aller Beschäftigten im angeblichen Hochlohnland Deutschland sind betroffen.

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Manche haben gut lachen – Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, steht ganz oben auf der Liste der Top-Gehälter von Managern.

Zwei von drei Beschäftigten in Deutschland erhalten einen Stundenlohn von gerade einmal bis zu 20 Euro, wie Daten des Statistischen Bundesamtes aus einer Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion ergeben, wie ntv berichtete.

15 Millionen Beschäftigte in Deutschland (38,8 Prozent) verdienen demnach sogar nicht mehr als 14 Euro pro Stunde (brutto). Diese Millionen Beschäftigten sind nicht vor Altersarmut geschützt, wenn man nach einer Berechnung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung aus dem Jahr 2017 geht. Denn um als Rentner über die sogenannte Armutsgefährdungsschwelle zu kommen, brauchen Beschäftigte demnach mindestens einen Stundenlohn von 14,40 Euro – und das dann im beinahe anachronistisch anmutenden Idealfall von quasi lückenloser Vollzeitbeschäftigung und 45 Beitragsjahren. Doch arbeiten viele Beschäftigte in Teilzeit, oft befristet und deutlich weniger Jahre. Für sie wird es noch schwieriger.

Für den Fraktionsvorsitzenden der Linken, Dietmar Bartsch, zeigt sich damit einmal mehr, dass es hierzulande Probleme beim Lohnniveau und vor allem bei der Verteilung gibt:

Die Geschichte vom Hochlohnland Deutschland ist für viele Erwerbstätige eine Mär. Wir haben sowohl ein gewaltiges Lohnproblem als auch eine Schieflage der Verteilung des erwirtschafteten Wohlstandes.

Von der Realität unzureichenden Lohns sind laut den Daten vor allem Frauen betroffen: 73,2 Prozent verdienen gerade einmal bis zu 20 Euro in der Stunde. Bei den Männern sind es 59,6 Prozent.

Tendenz: düster. Denn voraussichtlich wird das Rentenniveau deutlich sinken. Im Jahre 2045 wäre ein Stundenlohn von 16,47 Euro nötig, um als Rentner nicht armutsgefährdet zu sein. Jeder zweite Beschäftigte hat heute ein Gehalt, das niedriger liegt.

Die Partei Die Linke fordert, das Rentenniveau auf 53 Prozent anzuheben, eine solidarische Mindestrente statt Altersarmut, gleiche Renten in Ost und West; außerdem müsse die Rente erst ab 67 weg. Eine gute Rente beginne zudem am Arbeitsmarkt. So betont Bartsch die Notwendigkeit von Tarifbindung, weniger Werkverträge und Leiharbeit sowie "wirkungsmächtige" Gewerkschaften.

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