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Studie: Immer die gleichen Politiker und Journalisten in deutschen Politik-Talkshows

Studie: Immer die gleichen Politiker und Journalisten in deutschen Politik-Talkshows
In Talkshows wie "Anne Will" erfolgt die Auswahl der Gäste oft sehr einseitig, so das Fazit einer umfangreichen Studie.
In deutschen Talkshows erfolgt die Auswahl der Gäste neuesten Untersuchungen zufolge sehr einseitig. Es sind immer wieder dieselben Bundespolitiker und Journalisten zu sehen, während andere Vertreter deutlich unterrepräsentiert sind. Die Studie spricht von "Cliquenbildung".

Was viele bereits vermutet haben, wurde nun in einer Studie bestätigt: In deutschen Talkshows sind immer die gleichen Gesichter zu sehen. Laut Untersuchungen der unabhängigen linksliberalen Denkfabrik "Das Progressive Zentrum" erfolgt die Auswahl der Gäste in Fernsehsendungen wie Anne Will oder hart aber fair nur sehr einseitig. Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass die Sendungen der Studie zufolge nach ähnlichem Muster und mit ähnlichen Gästen ablaufen.

Die Moderatorin Anne Will, links Christoph von Marschall  vom Tagesspiegel. In der abendlichen ARD-Sendung

Zu dieser Erkenntnis kamen die Autoren der Studie, nachdem sie die Gästelisten von ARD-Sendungen wie Anne Will, hart aber fair, Maischberger sowie der ZDF-Sendung Maybrit Illner analysiert hatten – aber auch Sendungen wie Markus Lanz waren von der einseitigen Gästeauswahl betroffen. Insgesamt wurden 1.208 Sendungen über einen Zeitraum von drei Jahren untersucht. Zusätzlich legte man den Fokus auch auf die Hochphase der COVID-19-Pandemie im März und April 2020.

Personen der deutschen Bundespolitik und Hauptstadtjournalisten seien auffallend häufig in den Talkformaten vertreten und machten im Schnitt zwei Drittel der Gäste aus. Menschen aus Bereichen, die Umfragen zufolge ein gesellschaftlich hohes Ansehen genießen – wie etwa Verbraucherschützer, NGO-Vertreter oder Gewerkschaftler –, sind hingegen auffällig unterrepräsentiert. Nur 0,7 Prozent der Gäste kamen aus dem Bereich Bildung und Soziales.

Die Sendungen werden jedoch von einem Millionenpublikum gesehen, während der Corona-Krise sei die Reichweite der Sendungen zusätzlich um bis zu dreißig Prozent gestiegen. Dass sich das Publikum in den Sendungen nicht mehr repräsentiert fühle, äußert sich den Studienautoren zufolge auch in der zunehmenden Entfremdung der Menschen von Politik und Medien:

Die Sendungen vertreten einen medialen Diskurs, in dem sich eine zunehmende Anzahl von Zuschauern nicht mehr repräsentiert fühlt. Auch deshalb steigt die Aggressivität gegen Medienvertreter.

Die Repräsentation des Bürgers, laut den Autoren eine zentrale Funktion der demokratischen Ordnung, sei durch die Überrepräsentation von Bundespolitikern nicht mehr erfüllt. Deutlich zu sehen war diese von der Studie proklamierte Verengung des Diskurses auch in der letzten Sendung Anne Will, in der neben Wolfgang Ischinger, dem Vorsitzenden der Münchner Sicherheitskonferenz, und Sarah Pagung von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik auch die Bundespolitiker Norbert Röttgen (CDU), Jürgen Trittin (Grüne) und Sevim Dağdelen (Linkspartei) vertreten waren und auffallend viele transatlantische Positionen vertreten wurden.

Grund für die einseitige Besetzung sei, dass neue Gäste sich noch nicht etabliert hätten und ein potentielles Risiko für den Veranstalter darstellen. Ein Hauptmerkmal der Talkformate sei auch, dass diese oft im Streit endeten. Würde man den Anteil an kompetenten Vertretern der Zivilgesellschaft erhöhen, können den Autoren der Studie zufolge die Diskussionsrunden womöglich lösungsorientierter aussehen.

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