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Leid, Ausbeutung und Diskriminierung: Deutsche Supermärkte mit schlechten Noten beim Oxfam-Check

Leid, Ausbeutung und Diskriminierung: Deutsche Supermärkte mit schlechten Noten beim Oxfam-Check
Edeka, täglich frisch. Aber wie sieht es mit der Lieferkette aus?
Seit 2018 überprüft die Organisation Oxfam die Arbeitsbedingungen und Menschenrechtssituation in den Lieferketten deutscher Supermärkte wie Aldi, Edeka, Lidl und Rewe. Auch dieses Jahr ist das Ergebnis, bis auf wenige Verbesserungen, bestürzend.

Ziel der Oxfam-Recherchen seit 2018 ist es, die zum Teil katastrophalen Arbeitsbedingungen und Menschenrechtsverletzungen in den Lieferketten deutscher Supermärkte aufzudecken und zu  Verbesserungen beizutragen. Als Negativ-Beispiel nennt die Organisation den Verkauf von Weintrauben. Diese würden hierzulande zu Billigpreisen angeboten, während die Arbeiter im südafrikanischen Weinanbau gnadenlos ausgebeutet würden.

Die Ergebnisse der ersten Studie vom letzten Jahr verfehlten ihre Wirkung offenbar nicht. Oxfam erklärt in seiner diesjährigen Studie, dass einige Konzerne durchaus Verbesserungen erreicht hätten. So gehöre Aldi Süd nun mit 19 von möglichen 100 Prozent "zu den Vorreitern im internationalen Vergleich". Im letzten Jahr kam Aldi insgesamt nur auf ein Prozent. Eine erhebliche Verbesserung also. Auch Rewe und Lidl haben sich laut dem Bericht leicht verbessert und liegen mit 13 und neun Prozent im internationalen Mittelfeld. Allerdings auf insgesamt niedrigem Niveau.

Die CDU will wieder

Alle anderen deutschen Supermarktketten fallen bei dem Test komplett durch. Das extremste Beispiel ist laut Oxfam Edeka. Der Einzelhandelsriese habe sich jedem Fortschritt verweigert und ist in der Liste mit nur einem Prozent absolutes Schlusslicht. Und das sowohl im Deutschland-Vergleich als auch im internationalen. Auch Aldi Nord liegt in der Statistik mit nur fünf Prozent ebenfalls im unteren Bereich.

Auffällig ist, dass selbst der insgesamt bestplatzierte Supermarkt Tesco, eine britische Handelskette, nur 38 von 100 Prozent erreicht. Oxfam kritisiert, dass die Verbesserungen oftmals nur auf Einzelmaßnahmen zurückgehen. So habe zum Beispiel Aldi Süd eine menschenrechtliche Risikoanalyse seiner Produkte veröffentlicht und auf Führungsebene einen Menschenrechtsbeauftragten eingesetzt. Rewe habe sich verpflichtet, einen Beschwerdemechanismus für Betroffene von Menschenrechtsverletzungen einzurichten.

Doch das reiche nicht, denn zentrale Maßnahmen der menschenrechtlichen Verantwortung blieben noch immer auf der Strecke. Laut Oxfam lege keiner der deutschen Supermärkte seine Lieferanten offen oder gebe Informationen zu den Arbeitsbedingungen vor Ort heraus. Das müsse sich ändern, so die Menschenrechtsorganisation. Die Verbraucher seien aufgefordert, Druck auf die Supermärkte auszuüben, damit weitere Verbesserungen erzielt werden könnten.

Die in dem Bericht untersuchten Unternehmen reagierten auf eine Anfrage des Evangelischen Pressedienstes unterschiedlich auf die Ergebnisse. Schlusslicht Edeka wies die Untersuchung als "Kampagne" zurück. Das Unternehmen Aldi Nord erklärte, die Vorwürfe ernst zu nehmen, jedoch einen individuellen Ansatz zu verfolgen, um die Einhaltung von Menschenrechten bei Geschäftspartnern zu erreichen.

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