Eistaufe während der Eiszeit: US-Botschafter Huntsman badet in eisigem Wasser bei Moskau

Eistaufe während der Eiszeit: US-Botschafter Huntsman badet in eisigem Wasser bei Moskau
Der neue US-Botschafter in Russland und Atlantic-Council-Chef Jon Huntsmann beim Baden am orthodoxen Dreikönigsfest am 19. Januar 2018. Zuvor war der Diplomat acht Jahre lang US-Botschafter in der Volksrepublik China.
US-Botschafter Jon Huntsman hat im Mönchskloster Neu-Jerusalem bei Moskau am traditionellen Winterbaden teilgenommen. Die Eistaufe des Botschafters während der Eiszeit in den US-Beziehungen zu Russland sorgte für eine große Überraschung.

Der im Vorjahr bestellte US-Botschafter für die Russische Föderation, Jon Huntsman, hat im Mönchskloster in Neu-Jerusalem bei Moskau am traditionellen Winterbaden aus Anlass des orthodoxen Dreikönigsfestes teilgenommen. Gemeinsam mit dem Botschafter, der den Weg bis zum Eisloch in weißen Filzstiefeln überwunden hat, sind auch noch neun seiner Mitarbeiter in das eiskalte Wasser gestiegen. Auf die Frage eines Korrespondenten antwortete der Botschafter:

Das ist für mich eine ganz neue, aber unvergessliche Erfahrung.

Nach dem kalten Bad hat ihn seine Gattin fürsorglich in ein Frottierhandtuch gehüllt und ihm eine Tasse mit heißem Tee gereicht. Das Kloster in Neu-Jerusalem hatte das Eisloch zum Winterbaden (auch "Jordantaufe" genannt, nach dem Ort der Taufe Christi im Heiligen Land) am Fluss Istra hundert Meter vom Kloster entfernt eingerichtet. In den letzten Jahren wird das Eistauchen auch unter russischen Politikern immer populärer. Auch Staatschef Wladimir Putin badete am Freitag im eisigen Fluss.  

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Der US-Diplomat stammt aus einer mormonischen Unternehmerdynastie, war Gouverneur in Utah und hat seit drei Jahren den Vorsitz des einflussreichen Think-Tanks Atlantic Council inne. Zu den Aufgaben des Atlantic Councils gehört die Begründung der "zentralen Rolle der atlantischen Gemeinschaft bei der Bewältigung der internationalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts". 

Eistaufe während der Eiszeit: US-Botschafter Huntsman badet in eisigem Wasser bei Moskau
Die Nähe der russischen Kirche zum Staat sorgt im Westen gewöhnlich für Kritik. Ungewöhnlich ist daher die Selbstverständlichkeit, mit der sich der neue US-Botschafter mit orthodoxen Bräuchen des Landes vertraut macht. Auf dem Bild: Jon Huntsmann und seine Frau (rechts) mit Archimadrit Feofilakt.

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Alexej Puschkow, Chef des Ausschusses für Informationspolitik beim Föderationsrat, hat am Montag die Beteiligung des US-Botschafters in Moskau, Jon Huntsman, am traditionellen russischen Winterbaden kommentiert:

In der Situation, da die Kontakte zwischen Moskau und Washington auf Betreiben der USA beinahe das Null-Niveau erreicht haben, war das Bad Huntsmans in einem Eisloch ein eindrucksvolles  Ereignis in diesen Beziehungen", schrieb Puschkow in seinem Twitter-Account.