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Giftiges Gas könnte auf Leben in der Venus-Atmosphäre hinweisen

Giftiges Gas könnte auf Leben in der Venus-Atmosphäre hinweisen
Giftiges Gas könnte auf Leben in der Venus-Atmosphäre hinweisen
In der Atmosphäre unseres Nachbarplaneten Venus haben Astronomen das Gas Monophosphan entdeckt. Dieses giftige Gas gilt als ein wichtiges Anzeichen für Leben – und könnte auf das Vorhandensein von Leben in den Wolken über der Venus hinweisen.

Die Verbindung aus einem Phosphor- und drei Wasserstoffatomen (PH3) entsteht auf der Erde vor allem durch biologische Prozesse, die unter Ausschluss von Sauerstoff stattfinden. Der Nachweis in der Venus-Atmosphäre sei allerdings kein belastbarer Beleg für eine biologische Quelle auf unserem Nachbarplaneten, schreibt das Team um Jane Greaves von der Universität Cardiff im Fachblatt Nature Astronomy.

Raketenstart, Symbolbild

"Wir behaupten nicht, dass wir Leben auf der Venus gefunden haben", sagte Ko-Autorin Sara Seager vom Massachusetts Institute of Technology bei der Pressekonferenz. "Wir haben das Gas Monophosphan detektiert, dessen Herkunft ein Geheimnis ist." Auf der Rangliste jener Himmelskörper im Sonnensystem, auf denen Leben möglich sein könnte, rücke die Venus nun nach oben, sagte sie. Für die Lösung der Frage wäre es von Vorteil, den Planeten zu besuchen, um Messungen vor Ort vorzunehmen, betonte das Team in seinem Fachartikel.

Die Venus ist ähnlich groß wie die Erde, hüllt sich jedoch in eine dichte Wolkendecke. Durch einen starken Treibhauseffekt herrschen auf der Venusoberfläche mehrere hundert Grad Celsius, es ist viel zu heiß für Leben. In den oberen Atmosphärenschichten, rund 50 bis 60 Kilometer über der Oberfläche, könnten vergleichsweise moderate Temperaturen jedoch Leben erlauben, was zu Spekulationen über schwebende Mikroorganismen geführt hat.

Giftiges Gas könnte auf Leben in der Venus-Atmosphäre hinweisen

"Die Atmosphäre ist der einzige Ort, an dem Leben im Prinzip tatsächlich existieren könnte", sagte Janusz Petkowski, Forscher am MIT Earth, Atmospheric and Planetary Sciences, und fügte hinzu, dass es keine bekannten chemischen oder physikalischen Prozesse gibt, die die Mengen des nachgewiesenen Gases erzeugen könnten.

Dies eröffnet eine ziemlich gewagte Möglichkeit, dass etwas in den Wolken der Venus leben könnte.

Die Wissenschaftler hatten die Venus mit dem James-Clerk-Maxwell-Teleskop auf Hawaii und dem Atacama-Teleskopfeld in den chilenischen Anden analysiert. Dabei entdeckten sie Spektrallinien, die nur bei Monophosphan vorkommen. Das Team untersuchte verschiedene mögliche Quellen für das extrem giftige Gas wie etwa Mikrometeoriten, Blitze und chemische Vorgänge in den Wolken und auf der Planetenoberfläche. Damit lasse sich die Herkunft des Monophosphans jedoch nicht erklären, berichten die Forscher. Das lege nahe, dass es auf der Venus bislang unbekannte fotochemische oder geochemische Prozesse gebe.

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(rt/dpa)

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