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Erleichterung im Sexgewerbe: Berlin lockert Verbot der Prostitution

Erleichterung im Sexgewerbe: Berlin lockert Verbot der Prostitution
Domina-Studios dürfen in Berlin wieder öffnen.
Seit Beginn der Corona-Pandemie und dem Lockdown im März ist Prostitution deutschlandweit verboten. In Berlin werden die Vorschriften nun gelockert. Ab Samstag können Bordelle in der Hauptstadt wieder Kunden empfangen, allerdings ist Sex vorerst noch untersagt.

Sexarbeit wird in Berlin schrittweise wieder erlaubt. Das hat der Berliner Senat entschieden. Demnach dürfen sexuelle Dienstleistungen ohne Geschlechtsverkehr ab dem 8. August wieder angeboten werden. Das betrifft etwa Domina-Studios. Ab dem 1. September sollen dann unter strengen Hygieneauflagen auch sexuelle Dienstleistungen mit Geschlechtsverkehr wieder zulässig sein, teilte die Gesundheitsverwaltung mit.

Sexarbeit war wegen der Corona-Pandemie monatelang verboten. Zuletzt hatte die Deutsche Aidshilfe gefordert, dass diese schnellstmöglich wieder erlaubt werden müsse. Ulf Kristal vom Vorstand der Aidshilfe sagte, Sexarbeit dürfe nicht anders behandelt werden als andere Tätigkeiten mit engem Körperkontakt.

Niemand hat darüber zu urteilen, ob für jemand anderen ein Friseurbesuch oder ein sexuelles Erlebnis wichtiger ist.

Kristal wies darauf hin, dass das Tätigkeitsverbot viele Sexarbeiterinnen in Notlagen bringe. "Viele sind ohne Einkommen, nicht wenige auch ohne Wohnraum oder Krankenversicherung. Prekäre Lebenssituationen und Abhängigkeitsverhältnisse werden verschärft." Auf der anderen Seite werde Kunden und Kundinnen die sexuelle Dienstleistung vielfach verwehrt – was eine Einschränkung ihrer Sexualität sein könne.

Rund 40.000 Prostituierte in Deutschland

In Deutschland waren laut Statistischem Bundesamt Ende vergangenen Jahres rund 40.400 Prostituierte nach dem Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) gemeldet. Die Behörden zählten 2170 gesetzlich lizenzierte Prostitutionsgewerbe. Nach dem Gesetz werde illegale Prostitution in der Statistik nicht erfasst, betonte das Amt.

Erst am vergangenen Wochenende hatten in Hamburg Sexarbeiterinnen und Bordellbetreiber auf St. Pauli zum wiederholten Mal für eine Wiederzulassung der Prostitution demonstriert. "Lieber legal und kontrolliert – als illegal und unkontrolliert", forderten sie und appellierten an Bürgermeister Peter Tschentscher, das Prostitutionsgewerbe auch in der Hansestadt aus dem Corona-Lockdown zu entlassen.

Mehr zum Thema - Corona und "Sexkaufverbot": Prostituierten droht Existenzverlust

(rt)

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