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Nur vier Prozent ukrainischer Pfarreien der neuen orthodoxen Kirche beigetreten

Nur vier Prozent ukrainischer Pfarreien der neuen orthodoxen Kirche beigetreten
Bisher haben sich nur vier Prozent der Pfarreien in der Ukraine der im Dezember 2018 von den ukrainischen Behörden gegründeten neuen Ukrainischen Autokephalen Orthodoxen Kirche angeschlossen. Das berichtet die ukrainische Nachrichtenagentur UNN.

Insgesamt sind 520 Kirchen, die vier Prozent der Gesamtzahl der orthodoxen Gemeinden im Land repräsentieren, der neuen so genannten Ukrainischen Orthodoxen Kirche beigetreten. Das berichtet die Nachrichtenagentur UNN und verweist auf die Daten aus einem Dokument über den Übergang von der kanonischen Ukrainisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats zur Ukrainischen Orthodoxen Kirche.

Die neue Kirchenstruktur entstand im Dezember 2018 durch die Fusion zweier kirchlicher Organisationen - des Kiewer Patriarchats und der Ukrainischen Autokephalen Orthodoxen Kirche.

Laut des Dokuments soll am 8. Mai der bisher letzte Übertritt einer Pfarrei zur neuen Struktur erfolgt sein. Die Agentur schreibt, dass seitdem keine einzige Pfarrkirche der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats mehr in die Ukrainische Orthodoxe Kirche übergetreten sei.

Der ukrainische Präsident Petro Poroshenko gestikuliert, während er am 7. Januar 2019 beim orthodoxen Weihnachtsgottesdienst in der Sophienkathedrale in Kiew spricht.

Kirchenspaltung in der Ukraine

Seit ihrem Amtsantritt im Februar 2014 hat die neue Führung der Ukraine die Idee der Gründung einer lokalen orthodoxen Kirche im Land aktiv vorangetrieben. Diese sollte nicht mit dem kanonischen Moskauer Patriarchat verbunden sein. Im April letzten Jahres bat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko persönlich den Patriarchen von Konstantinopel, der ukrainischen Kirche eine Autokephalie zu erteilen. Sein Appell wurde vom Parlament unterstützt.

Am 15. Dezember veranstalteten Vertreter des Patriarchats von Konstantinopel unter aktiver Beteiligung der ukrainischen Behörden eine sogenannte Einigungsversammlung in Kiew, bei der zwei von der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats abgespaltene Organisationen – das Kiewer Patriarchat und die Ukrainische Autokephale Orthodoxen Kirche – die Gründung der Ukrainischen Orthodoxen Kirche ankündigten.

Am 6. Januar überreichte der Patriarch von Konstantinopel dem Oberhaupt der Ukrainischen Orthodoxen Kirche ein Dokument, das seiner Gemeinde die Autokephalie gewähren sollte.

Die Russisch-Orthodoxe Kirche hält sowohl das Dokument über die Autokephalie als auch die Einigungsversammlung in Kiew für kanonisch unbedeutend. Aus diesem Grund brach das Moskauer Patriarchat noch im Oktober 2018 die Kommunikation mit dem Patriarchat von Konstantinopel ab. Die kanonische Ukrainisch-Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats traf eine ähnliche Entscheidung.

Der Patriarch von Moskau und der gesamten Rus Kyrill bezeichnete das Projekt zur Übertragung der Autokephalie an die sich abgespaltene Ukrainische Orthodoxe Kirche als "einen noch nie da gewesenen Test der Loyalität zur Orthodoxie". Ihm zufolge erwiesen sich jedoch alle Bemühungen, die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats zu diskreditieren, als vergeblich. Er fügte hinzu:

Millionen von US-Dollar sowie Zeit wurden verschwendet – alles verwandelte sich in Staub und Asche.

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