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Ibiza-Affäre: Die Macher boten Video vor Monaten gegen Geld an – Welche Rolle spielte Wiener Anwalt?

Ibiza-Affäre: Die Macher boten Video vor Monaten gegen Geld an – Welche Rolle spielte Wiener Anwalt?
Das Ferienhaus in Ibiza, in dem das Video mit dem nun Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und seinem damaligen Parteifreund Johann Gudenus im Sommer 2017 entstanden war.
Wegen des Skandal-Videos aus Ibiza trat Österreichs Vize-Kanzler Strache zurück, der Politiker Gudenus gab alle politischen Funktionen auf und verließ später sogar die FPÖ. Doch wer steckt hinter den Aufzeichnungen oder wer hat den Beiden die Falle gestellt?

Das Video löste in Österreich eine Staatskrise aus. Die Regierungskoalition aus ÖVP und FPÖ ist geplatzt, die Karriere des Vize-Kanzlers Heinz-Christian Strache (FPÖ) erlebte ein abruptes Ende. Doch wer hat ihn und seinen inzwischen ehemaligen Parteikollegen Johann Gudenus, der ja infolge des Skandals von allen Funktionen zurückgetreten ist und die FPÖ verlassen hat, in die Villa auf Ibiza gelockt? Wie war es überhaupt zum Kontakt mit der Frau gekommen, die vorgab, reiche Russin zu sein und gerne in Österreich investieren zu wollen?

Wolfgang Schäuble beim Weltwirtschaftsforum, Durban, Südafrika, 4. Mai 2017.

Laut übereinstimmenden Berichten zweier österreichischer Tageszeitungen – Die Presse und der Kurier – begann alles schon im März 2017. Ein Wiener Anwalt, der laut einem aktuellen Bericht iranische Wurzeln haben soll, habe laut dem nun ehemaligen FPÖ-Politiker Johann Gudenus ein Treffen mit der Frau vermittelt. Sie war angeblich am Kauf eines Grundstücks interessiert, das Gudenus nach dem Tod seines Vaters im Herbst 2016 geerbt hatte und nun verkaufen wollte. Sie erzählte, mit den Kindern nach Österreich umziehen zu wollen.

Eine Immobilienmaklerin, die mit uns seit langem befreundet ist, hat angerufen und gesagt, da interessiert sich jemand für euer Jagdgrundstück", sagte Gudenus im Gespräch mit Kurier.

Oligarchen-Nichte aus Lettland und ein Deutscher

Schon bei dem ersten Treffen in der Kanzlei jenes Anwalts soll dieser dem FPÖ-Politiker nicht nur den Pass mit dem Namen Aljona Makarowa gezeigt haben, sondern ihm auch ihre Zahlungskräftigkeit bestätigt haben. Sie sei letztlich eine Oligarchen-Nichte aus Lettland. So berichtete Gudenus Der Presse, der Anwalt habe ihm einen Beleg vorgelegt, der nachweisen sollte, dass die Frau bereits eine Geldsumme auf ein Treuhandkonto des Anwalts eingezahlt habe. 

Mit der vermeintlichen Oligarchen-Nichte habe er sich dann am 24. März 2017 getroffen. Der Anwalt sei auch dabei gewesen, sowie auch noch ein weiterer Mann. Der soll sich als Julian Thaler vorgestellt haben, als Besitzer einer Detektei in München. Laut Bericht ist das ein Tarnname, der wahre Name sei der Zeitung Die Presse bekannt. Seine Firma würde wirklich existieren, ihre Internetseite sei aber seit 2018 nicht mehr online. Der Kurier wiederum berichtet, der Mann heiße Julian H. und würde offiziell in Wien-Neubau wohnen. Der Telefonanschluss seiner Firma in München würde zu einer dortigen Anwaltskanzlei führen, die aber nichts von seinen Geschäften wüsste. Im Haus auf Ibiza soll er dabeigewesen sein.

Der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Kanzler Sebastian Kurz geben am 21. Mai 2019 eine Pressekonferenz im Präsidialamt in der Hofburg in Wien.

Schon 2015 bot der Anwalt belastende Bilder an

Zum eigentlichen Treffen auf der Insel kam es laut Gudenus, weil die zwei Vermittler behauptet hätten, sie würden auch zufällig zur gleichen Zeit dort sein. Der besagte Anwalt war jedoch nicht dabei. Das dort entstandene Video soll laut dem Bericht von Presse schon kurze Zeit später mehreren Personen angeboten worden sein. Laut einem aktuellen Bericht der Wochenzeitung Die Zeit, soll das Material bereits im Frühsommer des vergangenen Jahres für eine siebenstellige Summe zum Kauf angeboten worden sein.

In Österreich soll derselbe Anwalt laut Presse bereits im Jahre 2015 belastende Bilder, auf denen angeblich Strache bei der Übergabe von Bargeld zu sehen sei, angeboten haben – gegen einen sechsstelligen Betrag. Aber die kaufte ihm wohl niemand ab. 

Der Name des Anwalts wird in den Berichten nicht erwähnt. "Ich ersuche namens meines Mandanten um Verständnis, dass dieser aufgrund von Verschwiegenheitsverpflichtungen für ein Gespräch nicht zur Verfügung stehen kann", soll der Anwalt des Anwalts der Zeitung Kurier mitgeteilt haben. "Bitte beachten Sie strikt, dass mein Mandant keine Zustimmung zu identifizierender Berichterstattung erteilt", hieß es weiter.

Die eigentlichen Urheber der Inszenierung, also wer eigentlich das Video in Auftrag gegeben hatte, bleibt aber weiterhin unklar. Laut Kurier, der sich auf mehrere Insider in der FPÖ beruft, soll eine Spur in die eigene Partei führen, in das Umfeld von Strache und Gudenus.

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