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Geht auch ohne Nase: Britische Forscher finden Kokain in allen getesteten Garnelenarten

Geht auch ohne Nase: Britische Forscher finden Kokain in allen getesteten Garnelenarten
(Symbolbild). Harte Schale, leckerer Kern: Garnelen.
Britische Wissenschaftler untersuchten die Kontamination von Wildtieren mit Drogen. Überraschendes Ergebnis: Sie fanden in jeder überprüften Garnelenart Spuren von Kokain. Zudem aber auch weitere Chemikalien wie Pestizide.  

Für ihre Studie sammelten die britischen Wissenschaftler im Juli 2018 Garnelenproben von insgesamt 15 Standorten in fünf Flussgebieten in der Grafschaft Suffolk an der Ostküste Englands. Dazu gehörten die Ortschaften Gipping, Alde, Deben, Stour und Waveney. Jene Studie wurde in der Zeitschrift Environment International veröffentlicht.

Die am häufigsten gefundene Substanz war Kokain. Ebenso wie das betäubende Lidokain. Dies wird nach Angaben der Forscher häufig von Drogendealern genutzt, um das Kokain in großen Mengen zu verpacken. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Kokain aus der Kanalisation in das Wasser gelangt sein könnte.

Ein Teil des Amazonas-Regenwaldes, der abgeholzt und verbrannt wurde, neben einem intakten Teil des Urwaldes im brasilianischen Bundesstaat Para am 29. September 2013

Auch in Großbritannien verbotene Pestizide wurden entdeckt, darunter Fenuron. Ketamin, das als Partydroge verwendete Beruhigungsmittel für Tiere, wurde ebenso identifiziert wie das Opioid Tramadol sowie ein Antidepressivum. Dr. Leon Barron, Seniordozent für forensische Wissenschaften am King's College London und Mitautor der Studie, sagte: "Ein so regelmäßiges Auftreten von illegalen Drogen in der Tierwelt war überraschend."

Das Team hätte erwarten können, dass es Drogen in städtischen Gebieten wie der britischen Hauptstadt London findet, sagte er, aber nicht in ländlichen Gebieten. Die Identifizierung der Quelle verbotener Pestizide bleibt unklar und stellt eine Herausforderung für Experten dar, ergänzte er. Dr. Thomas Miller, Hauptautor der Studie am King's College London, erklärte: "Obwohl die Konzentrationen gering waren, konnten wir Verbindungen identifizieren, die für die Umwelt und vor allem für die Tierwelt von Bedeutung sein könnten und ein Risiko darstellen."

Der Professor und Co-Autor der Studie, Nic Bury von der University of Suffolk, sagte: "Ob das Vorhandensein von Kokain in Wassertieren ein Problem für Suffolk ist oder ob es sich um ein weit verbreitetes Vorkommen im Vereinigten Königreich und im Ausland handelt, muss in weiteren Untersuchungen geklärt werden."

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