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Ungleichheit in England: 25.000 Grundeigentümer besitzen die Hälfte des Landes

Ungleichheit in England: 25.000 Grundeigentümer besitzen die Hälfte des Landes
Long Walk im Windsor Park, Südengland, 14. Oktober 2013
Die Hälfte Englands ist in den Händen von weniger als einem Prozent der Bevölkerung. Dies geht aus einem neuen Buch hervor. Die 25.000 Besitzer sind Aristokraten und Großunternehmer. Daran habe sich in den letzten Jahrhunderten nichts geändert.

Der Zugang zu Grundbesitzdaten gestaltet sich in England schwierig. Für den Bericht zum Grundbesitz in England wurden digitale Karten und Daten zusammengefasst. Die Ergebnisse fasste der Autor Guy Shrubsole in einem Buch zusammen. Diese werden als "schockierend" bezeichnet. Sie zeigen auf, dass sich an der Klassengesellschaft in England nichts geändert hat. 

Den meisten Menschen sei nicht bewusst, dass ein paar tausend Herzöge, Barone und Freiherren so viel Land besitzen. Auch die letzten Jahrhunderte hätten daran nichts geändert. Die Aristokratie besitze mindestens "30 Prozent Englands". Da aber 17 Prozent der Besitzer in England und Wales nicht genannt würden, könnte die reale Zahl viel höher liegen. Da es nie zum Verkauf auf dem öffentlichen Markt kommt, müssen sie auch nicht registriert werden. 

Ein Kind spielt hinter Geländern auf dem Robin Hood Gardens Anwesen in Pappel, im Osten Londons, 27. März 2010.

18 Prozent des Landes ist im Besitz von Unternehmen, darunter viele Offshore-Unternehmen. Der größte Eigentümer ist die Wasserfirma United Utilities. 

Der Labour-Politiker und Schattenminister für das Cabinett Office Jon Trickett kommentiert diese Zahlen:

Die dramatische Konzentration des Landbesitzes ist eine deutliche Erinnerung daran, dass unser Land ein Land für wenige und nicht für viele ist. Es ist einfach nicht richtig, dass Aristokraten, deren Familien seit Jahrhunderten dieselben Flächen besitzen, und Großkonzerne mehr Einfluss auf bestimmte Gegenden ausüben – sowohl in städtischen als auch in ländlichen Gebieten – als die Menschen, die dort leben. 

Zu den größten Grundbesitzern gehören der Duke von Buccleuch, die britische Queen und der Unternehmen James Dyson. Die royale Familie besitzt 1,4 Prozent Englands.

Kritiker des Buches deuten die Zahlen nicht als Hinweis auf Ungleichheit. Man könne einen Acker besitzen und trotzdem nicht reich sein, denn nicht alle Grundbesitzer seien Landwirte. Der Besitz eines Zehn-Millionen-Pfund-Apartments in London bedeute nicht, dass man aufgrund der geringen Besitzfläche zu den Armen des Landes zähle. Viele der Besitztümer der Aristokraten seien in Form von Parks auch der Öffentlichkeit zugänglich.

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