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Nach Videos von Christchurch: Muslime in Frankreich wollen Facebook und YouTube verklagen

Nach Videos von Christchurch: Muslime in Frankreich wollen Facebook und YouTube verklagen
Angehörige beerdigen einen beim Attentat von Christchurch Ermordeten in Karachi, Pakistan, 25. März 2019.
Am Montag gab eine Gruppe französischer Muslime bekannt, dass sie Facebook und YouTube aufgrund der veröffentlichten Videos vom Christchurch-Attentat verklagen wollen. Der rechtsextremistische Attentäter hatte 50 Menschen bei ihrem Freitagsgebet ermordet.

Das Attentat auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch am 15. März forderte 50 Menschenleben. Der Attentäter, ein rechtsextremistischer Australier, streamte seine Tat live. Der Lifestream dauerte 17 Minuten. Das Unternehmen Facebook sagte, man habe schnell reagiert. Es dauerte jedoch 29 Minuten, bis die Inhalte gelöscht waren. Der französische Rat muslimischer Gläubiger (CFCM) begründete seine Klage gegen Facebook und YouTube damit, dass die Videos "eine Botschaft mit gewalttätigen Inhalten (hatten), die den Terrorismus fördern, oder mit Inhalten, die die Menschenwürde schwer verletzen und von Minderjährigen gesehen werden konnten."

Der italienische Innenminister und stellvertretende Premierminister Matteo Salvini nach einer Pressekonferenz am 11. Februar 2019 in Rom.

Bei Facebook versagte die dafür eingesetzte künstlichen Intelligenz. Dieses Hilfsmittel erkannte in dem Livestream nicht den realen gewalttätigen Inhalt. Am letzten Donnerstag hieß es vom Facebook Unternehmen zur verzögerten Löschung der Inhalte: 

Um das zu erreichen, müssen wir unsere Systeme erst mit großen Mengen von Daten von genau solchen Inhalten versorgen - was schwierig ist, da solche Ereignisse dankenswerterweise selten sind. 

Laut Facebook sahen nur 200 Personen den Livestream. Einige dieser Nutzer stellten jedoch Kopien her, die auf anderen Plattformen geteilt wurden. Jedoch erst 12 Minuten nach dem Ende der Übertragung des 17-Minütigen Livestreams gingen erste warnende Nutzerhinweise ein. Tausende Male wurden danach noch erfolgende Versuche blockiert, das Video erneut hochzuladen.

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