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Papst: Nonnen wurden von Priestern missbraucht und sexuell versklavt

Papst: Nonnen wurden von Priestern missbraucht und sexuell versklavt
Katholische Nonnen beim Gebet
Jetzt aber sei alles wieder unter Kontrolle in den Rängen der katholischen Kirche, so der Papst. Man arbeite an der Aufklärung der Fälle, in denen sich Priester an Nonnen vergangen haben sollen. In diesem Monat wird es eine Bischofskonferenz zu sexuellen Verbrechen an Kindern durch die katholische Kirche geben.

Papst Franziskus sagte einem Journalisten, als dieser ihn mit einem Artikel über sexuelle Vergehen an Nonnen konfrontierte: "Ich kann nicht sagen, dass es nicht in meinem Haus (der Kirche) passiert, dass es nicht wahr ist. Müssen wir mehr tun? Ja. Wollen wir das? Ja." Im Frauenmagazin des Vatikans, der Women`s Church World, tauchte zu dem Thema ein Bericht auf. Ohne auf weitere Details einzugehen fuhr der Papst fort:

Wir haben an [der Aufklärung der Fälle] lange Zeit gearbeitet. Wir haben deshalb einige Priester suspendiert. 

Auf die Frage hin, ob er eine Bischofskonferenz, ähnlich zu der in diesem Monat anstehenden, über sexuelle Verbrechen an Kindern durch Kleriker plane, sagte er: "Wir arbeiten daran."

Die Hände von Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, München, Deutschland, 3. Oktober 2012.

Er lobte seinen Vorgänger Papst Benedikt dafür, dass dieser eine Nonnengemeinde aufgelöst hatte, "weil die Sklaverei ein Teil davon geworden war - sogar die sexuelle Sklaverei seitens der Priester oder des Gründers". Ein Pressedirektor des Vatikans bestätigte, dass sich der Papst mit seiner Aussage auf den Orden St. Jean in Frankreich bezog, der im ersten Jahr von Benedikt als Papst aufgelöst wurde, nachdem man ihn im Jahr 2005 daran gehindert hatte, die Zustände näher zu untersuchen.  

Was die katholische Kirche gegen die Missbrauchsfälle unternehmen wird, ist nicht bekannt. Stattdessen sagte der Papst, dass die Kirche, die von einem internationalen Missbrauchsskandal gegen Kinder, an dem Tausende von Priester beteiligt waren, bereits schwer getroffen wurde, "hierdurch nicht skandalisiert werden sollte". 

Lucetta Scaraffia, Verfasserin des Artikels in Women´s Church World, schrieb: 

Wenn die Kirche weiterhin die Augen vor dem Skandal verschließt  - was noch schlimmer wird, wenn der Missbrauch von Frauen zur Fortpflanzung führte und damit Ursache für Zwangsabtreibungen und Kindern, die von Priestern nicht anerkannt werden - wird sich der Zustand der Unterdrückung von Frauen in der Kirche nie ändern. 

Mit ihrem Beitrag will Scaraffia Nonnen ermutigen, Missbrauch zu melden. Um zu verdeutlichen, wie sehr dieser in der Kirche verankert sei, zitierte sie die Worte des Papstes. Der Papst selbst hatte Abtreibungen mit Auftragsmord verglichen.

Das öffentliche Bewusstsein für den sexuellen Missbrauch von Nonnen durch Priester war eine unerwartete Folge der Me-Too-Bewegung. Es hätte zu keinem schlechteren Zeitpunkt für die Kirche kommen können, da diese bereits in einen massiven Skandal um sexuellen Kindesmissbrauch verwickelt ist, an dem Tausende von Priester und noch mehr Opfer beteiligt sind. Der Papst rief die Schuldigen auf, sich zu stellen und sich "auf göttliche Gerechtigkeit vorzubereiten". In einer Bischofskonferenz Ende des Monats wird sich die Kirche damit befassen. 

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