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"Freunde in Europa": Russland und Serbien bauen strategische Partnerschaft aus

"Freunde in Europa": Russland und Serbien bauen strategische Partnerschaft aus
Der russische Präsident Wladimir Putin zeichnet den serbischen Präsidenten Aleksandar Vučić nach einer feierlichen Unterzeichnung am 17. Januar 2019 mit dem Alexander-Newski-Orden aus.
Beim Besuch des russischen Präsidenten in Serbien einigten sich beide Länder auf die Unterzeichnung von über 20 Kooperationsabkommen. Noch dieses Jahr plant Serbien die Unterzeichnung eines Freihandelsabkommens mit der Eurasischen Wirtschaftsunion.

von Ali Özkök

Noch vor seiner Landung erhielt der russische Staatspräsident eine Ehreneskorte von der serbischen Luftwaffe. Die Kampfjets vom Typ MiG-29 waren 2017 ein Geschenk aus Moskau, die die Kampfflugzeuge ersetzten, die von der NATO während der Luftkampagne 1999 zerstört wurden.

Mit der Landung in Serbien begann Putin seinen ersten offizielle Arbeitsbesuch im Ausland im Jahr 2019. Der russische Präsident legte vor einem Kriegsdenkmal für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen sowjetischen Soldaten einen Kranz nieder.

Beide Seiten unterzeichneten insgesamt mehr als 20 Vereinbarungen, die darauf abzielen, neue Projekte in den Bereichen Energie, Infrastruktur, Innovationen und Digitalisierung zu initiieren.

Serbien und Russland wollen daran arbeiten, die Transitinfrastruktur in Serbien für eine neue Pipeline zu entwickeln. Das russische Staatsoberhaupt sagte:

Wir sind bereit, die notwendigen Investitionen zu tätigen, etwa 1,4 Milliarden Dollar.

Putin fügte hinzu, Moskau sei bereit, Projekte im Zusammenhang mit der Erweiterung der Turkish-Stream-Pipeline auf europäische Länder durchzuführen.

Das Turkish-Stream-Projekt ist eine Exportgasleitung, die aus zwei 930 Kilometer langen Leitungen mit einer Kapazität von 15,75 Milliarden Kubikmetern Erdgas besteht und bis Ende 2019 vollständig in Betrieb gehen soll. Die Pipelines durchqueren das Schwarze Meer von Russland bis zur Türkei.

Wir bereiten das vor und setzen es sogar um, aber letztendlich wird alles davon abhängen, inwieweit andere Länder, auch europäische Länder, ihre unabhängigen nationalen Interessen wahren können", sagte Putin.

Präsident Vučić bemerkte auf der Pressekonferenz, dass sich beide Seiten auf den Ausbau des bestehenden Gasspeichers im serbischen Banatski Dvor auf 750 Millionen Kubikmeter (derzeit 450 Millionen Kubikmeter) geeinigt haben. Serbien erhofft sich davon, dass eine zusätzliche Industrialisierung und wirtschaftliche Entwicklung des Landes befeuert werden kann.

Nemanja Starović, ein Politikanalyst aus Serbien, kommentierte auf Anfrage von RT Deutsch das Ausmaß der künftigen Energiekooperation:

Die Kapazitäten im Hauptgaslager Serbiens werden um mehr als 50 Prozent erhöht. Das wird ein höheres Maß an Energiesicherheit für das Land und seine Bewohner gewährleisten. Vor allem wird Russland die serbische Absicht unterstützen, eine eigene Gastransportinfrastruktur aufzubauen, die sich von Bulgarien bis Ungarn erstreckt. Das wiederum bietet die Aussicht, russisches Gas zu transportieren, das über Turkish Stream nach Mitteleuropa geliefert wird.

Die neu unterzeichneten Verträge im Bereich des Schienenverkehrs erreichten ein Volumen von 230 Millionen Euro, stellte Vučić fest. Die Investitionen könnten in Zukunft auf rund 660 Millionen Euro steigen, wenn alle geplanten Projekte abgeschlossen sind.

Ein weiteres Feld der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit ist die militärtechnische Kooperation. Putin bestätigte das serbische Anliegen, diesen Bereich künftig enger zu koordinieren.

In einem Interview mit TASS sagte der serbische Präsident Vučić zuvor, dass Serbien Verhandlungen mit Russland über den Kauf von sechs Mi-17-Mehrzweckhubschraubern und auch Flugabwehrsystemen führe. Moskau und Belgrad einigten sich vergangenes Jahr bereits darauf, ein Hubschrauberzentrum bei Belgrad für Wartungsarbeiten und Reparaturen einzurichten.

Neben MiG-29-Flugzeugen erhält Serbien auch 30 T-72-Panzer und 30 BRDM-2-Aufklärungs- und Streifenfahrzeuge aus Russland kostenlos. Serbien führt ebenso Gespräche mit Russland über den Erwerb der Luftverteidigungsraketensysteme Buk-M1 und Buk-M2 sowie über das Flugabwehrraketensystem Tunguska.

Wie hier im bosnischen Dorf Gornja Maoca gibt es auch in der Region rund um die serbische Stadt Novi Pazar Anhänger radikaler salafistischer Bewegungen. Einer von ihnen soll laut serbischen Quellen ein Attentat gegen Putin geplant haben.

Putin teilte abschließend mit, dass sich der positive Trend im Gesamthandel mit Belgrad 2018 fortsetzte. Das Handelsvolumen erreichte eigenen Angaben nach zwei Milliarden US-Dollar. Er kündigte an, dass sich mit der für Ende dieses Jahres geplanten Unterzeichnung des Freihandelsabkommens zwischen Serbien und der Eurasischen Wirtschaftsunion zusätzliche Möglichkeiten ergeben werden.

"Der Gipfel erwies sich für beide Seiten als sehr vorteilhaft. Der Kreml zeigte, dass er westlich von Minsk enge Partner in Europa hat und dass sich die Freundschaft mit Russland politisch und wirtschaftlich auszahlen kann", erklärte Nemanja Starović und fügte aus serbischer Sicht hinzu:

Andererseits zeigt Serbien, dass es eine wachsende Rolle auf der Weltbühne einnimmt. Belgrad kehrt zu seiner Stellung zurück, die es für den größten Teil des 20. Jahrhunderts einnahm, als die serbisch-jugoslawische Hauptstadt eine Drehscheibe für diplomatische Aktivitäten war.

Im Anschluss an die offiziellen Gespräche besuchte Putin gemeinsam mit dem serbischen Präsidenten den Dom des Heiligen Sava. Russische Handwerker halfen bei der Fertigstellung des großen Mosaiks in der Basilika. Anlässlich des Besuchs wurde Putin gebeten, den Entwurf zu vervollständigen, indem er die letzten drei Mosaikstücke in den Farben der russischen Flagge platziert.

Im Stadtzentrum der serbischen Hauptstadt versammelten sich Zehntausende von Menschen. Die Versammlung wurde organisiert, um den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Serbien willkommen zu heißen, heißt es von den Veranstaltern.

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