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Paris: Macron lässt Einsatzpolizei CRS mit G36-Sturmgewehren gegen Gelbwesten aufmarschieren

Paris: Macron lässt Einsatzpolizei CRS mit G36-Sturmgewehren gegen Gelbwesten aufmarschieren
Kracht es bald richtig? Französische Einsatzpolizei CRS mit G36-Sturmgewehren bei Gelbwesten-Protest (Ausschnitt aus privater Videoaufnahme, veröffentlicht am 12.01.2019)
Einsatzpolizisten der französischen Compagnies Républicaines de Sécurité (CRS) sind bei Gelbwesten-Protesten in Paris mit G36-Sturmgewehren gesehen worden. Diese sollen laut Presseberichten nicht mit Gummigeschossen, sondern mit scharfer Munition geladen gewesen sein.

Die französischen Compagnies Républicaines de Sécurité (CRS, dt.: Sicherheitskompanien der Republik) sind in Paris bei ihrem Einsatz bei Protesten der Gelbwesten nun mit Sturmgewehren der Modellreihe G36 des deutschen Herstellers Heckler & Koch gesichtet worden. Das Brisante daran: Diese Waffen sollen nicht mit den für die Nutzung durch die Einsatzpolizei typischen Patronen mit Gummigeschossen, sondern laut Daily Mail mit scharfer Munition geladen sein.

Schlimme Bilder, die auf einen schlimmen Zustand hinweisen.

Luc Ferry, Frankreichs ehemaliger Minister für Bildung, hatte zuvor zum Einsatz scharfer Munition gegen die Gelbwesten aufgerufen, die, so der pensionierte erzkonservative Politiker, angeblich "Polizisten vermöbeln" würden. Es ist, als käme die Ersterscheinung solcher Waffen bei Demonstrationen der Gelbwesten auf sein Geheiß.

Bisher seien die Gewehre nicht zum Einsatz gebracht worden, schreibt Daily Mail weiter. Jedoch machen sich Demonstranten große Sorgen ob der Entwicklung. Die für diese Art von Polizeieinheit untypische Bewaffnung lässt die Menschen Übles ahnen:

Die CRS-Leute mit den Gewehren hatten Schutzhelme und Körperprotektoren an – sie gehörten keiner Einheit an, die sich auf Feuerwaffeneinsatz spezialisiert. Sie hatten die Aufgabe, uns einfach mit tödlichen Waffen zu bedrohen, und zwar in einer sehr besorgniserregenden Manier. Wir haben ein Anrecht auf Erklärungen", zitiert Daily Mail den Protestierenden Gilles Carron.

Gemäß einer ihrer Hauptaufgaben – nämlich Demonstrationen und Großveranstaltungen abzusichern sowie Ausschreitungen zu unterbinden – können Beamte der CRS durchaus Feuerwaffen einsetzen. Diese seien jedoch üblicherweise speziell für das Abfeuern von nicht-ganz-so-tödlichen Hartgummigeschossen und Tränengas-Granaten konstruierte Spezialwaffen der Marke Flash-Ball, leicht zu erkennen an ihren breiten Rohren, so Daily Mail weiter.

Paris: Macron lässt Einsatzpolizei CRS mit G36-Sturmgewehren gegen Gelbwesten aufmarschieren
Französischer Polizist mit Gummigeschosswerfer der Marke Flash-Ball bei Gelbwesten-Demo in Paris, 05. Januar 2019.

Scheint eine Absicht durch?

Theoretisch wäre demnach auch der Einsatz der Sturmgewehre zum Verschießen von weniger tödlichen Gummi- oder Plastikgeschossen denkbar (auch wenn diese entgegen der Absicht und der Werbung durchaus töten können): Patronen mit solchen Geschossen im Kaliber des G36, 5,56x45mm NATO, gibt es sehr wohl auf dem Markt. Allerdings haben solche Patronen – vor allem die Geschosse selbst – normalerweise charakteristische Farben.

Nun nutzt aber die französische Polizei für ihre G36-Sturmgewehre die für diese Modellreihe typischen durchsichtigen Kastenmagazine – und die Farbe und der Glanz der Patronen und Geschosse darin, soweit man sie durch das Plastik erkennen kann, scheinen der normalen "scharfen" Munition zu entsprechen.

Hierauf scheint sich der Anlass zur Nachricht der Daily Mail zu gründen – ebenso wie die Sorgen um Leib und Leben, die bei den Protestierenden aufkommen und die sie in den sozialen Medien kundtun:

Diktator Macron hat seine Milizen bewaffnet! Die CRS gehen mit STURMGEWEHREN spazieren!!"

Für die Akte IX der #GiletsJaunes in Paris sind die CRS jetzt mit Sturmgewehren bewaffnet. [Aber] wir sind [doch schon noch] in Frankreich?"

Vielleicht von Luc Ferry auf den Plan gerufen: Die neue Ausrüstung unserer lieben CRS: Das G36K, mit 30-Schuss-Kastenmagazin… Man ist gespannt auf die Flammenwerfer in der nächsten Woche."

In Toulouse: Die CRS mit Sturmgewehren bei einer Demo von 70 Schülern. Mich beunruhigt das mehr als alles Andere."

Nach Tränengas, dem Flashball und [anderen] Gummigeschosswerfern, Wasserwerfern und den Tasern ist nun ein G36 die Norm bei einer Demo…"

Wenigstens bei den statischen Absperrungen scheint eine solche Bewaffnung legitim:

Hinter den Absperrungen beim Triumphbogen – die statischen Positionen der Polizei und der Gendarmerie. Einer der CRS holt eine Maschinenpistole aus dem Kastenwagen.

'Wozu denn die Maschinenpistole?'

'Für die Terroristen, mein Herr.'

Wie sicherlich auch der Panzerwagen…"

Was der Twitter-Nutzer sicherlich sarkastisch meinte, könnte nämlich bitterer Ernstfall werden, kann doch ein einziger in eine Demonstration rasender LKW großes Unheil anrichten.

Doch auch in solch einer beunruhigenden Atmosphäre behält man den landestypischen Charme bei:

Das ist doch nur eine Demo – du ziehst nicht in den Krieg, meine Schöne!"

Man kann es zumindest hoffen.

Mehr zum Thema – Frankreich: Schockkampagne macht auf Polizeigewalt gegen Gelbwesten aufmerksam

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