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Dänemark: Mit Bulldozern gegen "Migranten-Ghettos"

Dänemark: Mit Bulldozern gegen "Migranten-Ghettos"
Symbolbild: Ein Arbeiter steht auf der anderen Seite des Ghettos Mjölneparken, wo ein Neubauprojekt entstehen soll, Dänemark, 8. Mai 2018.
1.000 Wohnungen eines sogenannten "Ghettos" sollen unweit der Stadtgrenze Odense dem Boden gleichgemacht oder umgewandelt werden. Mit dem Einreißen der Wohnungen soll auch die Kriminalität verschwinden. Die Regierung hofft, dass die Bewohner freiwillig umsiedeln.

Die dänische Regierung hat einige Gegenden im Land als "Ghettos" deklariert. Diese zeichneten sich, der dänischen Regierung nach, durch hohe Kriminalität und einen hohen Migrationsanteil aus. Kinder müssen dort an Integrationskursen teilnehmen und Straftaten der Einwohner werden künftig schwerer bestraft.

Vollsmose ist ein Vorort der dänischen Stadt Odense. Die meisten der 9.000 Einwohner sind Zuwanderer. Die dänische Regierung stufte den Vorort als "hartes Ghetto" ein, die schlimmste Ghetto-Kategorie. In den kommenden zehn Jahren sollen 1.000 der Wohnungen zerstört oder umgewandelt werden. 

Es wird versucht, private Investoren für die Gegend zu gewinnen und andere Menschen anzusiedeln.
Angekündigt hatte das Vorhaben der dänische Premierminister Lars Løkke Rasmussen. Unterstützung erhielt er dabei vom sozialistischen Bürgermeister Odenses, Peter Rahbæk Juel, für den "letzten Vollsmose-Plan", berichten die schwedischen SVT-Nachrichten. Juel zu den Regierungsplänen: 

Ich kann verstehen, wenn die Menschen, die dort leben, dass brutal finden. Doch nichts zu tun ist auch brutal. Die Kinder, die in Vollmose aufwachsen, haben nicht die gleichen Chancen wie andere Kinder in Dänemark. Wir müssen die Strukturen zerbrechen, die den jungen Menschen signalisieren, dass Kriminalität für sie die bessere Chance als eine gute Ausbildung ist. Wir wollen Leute von der anderen Seite der Bildungsschicht rüberbringen (...). 

Mjölnerpark, Dänemark, 9. Mai 2018.

Viele der Kinder aus Vollsmose gehen nicht in die öffentlichen dänischen Schulen, sondern besuchen die freien Islamschulen. Unter den Anwohnern sind auch viele Studenten, da hier die Mieten besonders preisgünstig sind. Die alten Bauten aus den 1970er Jahren sind zudem von viel Grünflächen umgeben.

1.600 neue Wohnungen sollen entstehen. Wer letztlich umzieht und wer bleiben darf, werden die Wohnungsgesellschaften entscheiden. Juel hofft darauf, dass die Menschen freiwillig umsiedeln:

(...) Den freiwilligen Umsiedlern sichern wir Schul- und Kita-Plätze für Kinder in der neuen Wohngegend zu. 

Eine Herausforderung wird das Vorhaben dennoch. Juel ist überzeugt, wenn man sich in zehn Jahren nach Vollsmose begebe, werde man die Gegend suchen, so radikal wird sich der Wandel darstellen. Auch die schwedische Anti-Einwanderungspartei der Schwedendemokraten will sich an Dänemark orientieren. Gegen das "Ghetto-Siegel" wurde in den dänischen Städten im September demonstriert. Kritiker sehen hierin eine Benachteiligung in dem Zugang zu Bildungseinrichtungen und auf dem Arbeitsmarkt. 

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