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Polen schlägt "Fort Trump" als neue US-Militärbasis wegen "russischer Bedrohung" vor

Polen schlägt "Fort Trump" als neue US-Militärbasis wegen "russischer Bedrohung" vor
Präsidenten der USA und Polen bei ihrem Treffen im Oval Office zusammen mit ihren Ehefrauen am 18. September.
Polens Präsident Andrzej Duda schlägt US-Präsident Donald Trump in Washington eine US-Militärbasis in Polen gegen eine mögliche "russische Aggression" vor. Um Trump das schon länger bestehende Vorhaben schmackhaft zu machen, soll die Basis nach ihm benannt werden.

Schon seit Monaten drängt der polnische Präsident Duda die USA dazu, eine ständige US-Militärbasis in seinem Land aufzubauen. Zwei Milliarden US-Dollar hatte Duda bereits im Mai angeboten, um sich am Bau eines Stützpunktes zu beteiligen. Ein weiterer Regierungsangehöriger, der lieber anonym bleiben wollte, stellte sogar weitere Zahlungen an Washington in Aussicht, wenn der Bau dann tatsächlich beginnen würde.

Polnischer Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am 4. Juli im EU-Parlament in Straßburg

Eigentlich möchte Warschau sogar zwei US-Basen haben: eine in Divisions- (10.000 bis 25.000 Mann) und eine andere in Brigadestärke (1.000 bis 5.500 Mann). Und um dem Wunsch danach nochmals Nachdruck zu verleihen und dem US-Präsidenten zu schmeicheln, möchte Polen den Hauptstützpunkt "Fort Trump" taufen.

Der US-Kongress hat das Pentagon damit beauftragt, bis spätestens 1. März 2019 eine Machbarkeitsstudie vorzulegen und dabei auch die Frage zu beantworten, ob denn eine permanente Stationierung von US-Truppen in Polen überhaupt im Interesse der USA liegt. Deshalb wurde der polnische Präsident nicht müde zu betonen, wie sehr sein Land gerne ein permanente US-Präsenz haben möchte:

Ich bin äußerst erfreut über die Präsenz von bewaffneten US-Kräften auf polnischem Territorium. … Ich möchte sehr gerne für uns eine permanente Basis in Polen haben, welche wir Fort Trump nennen würden. Ich glaube fest daran, dass das möglich ist. Ich bin davon überzeugt, dass so eine Entscheidung im polnischen Interesse liegt und im Interesse der Vereinigten Staaten.

 Auf die Frage von Reportern, was er denn davon hält, antwortete Donald Trump:

Wir betrachten es sehr ernsthaft. Ich weiß, Polen mag diese Idee sehr, und es ist etwas, was wir prüfen, ja.

Und er ergänzte dann noch, dass - wenn Polen "einen großen Beitrag" beisteuern möchte - dann "ist es gewiss etwas, worüber wir reden werden".

Der polnische Präsident betonte erneut, dass sein Land ein "Bollwerk gegen die russische Bedrohung" sei. Ein polnischer Reporter fragte Trump, wie er denn das russische "Verhalten" in Europa einschätzt und die Antwort fiel klar aus:

Ich denke es ist eine sehr aggressive Situation. Ich denke Russland hat aggressiv gehandelt. Sie respektieren Macht. Sie respektieren Stärke. Sie respektieren Stärke, wie es jeder tut, und wir haben die größte Stärke in der Welt, insbesondere jetzt.

Nicht alle in den USA betrachten diese Idee einer permanenten US-Militärpräsenz in Polen mit Wohlwollen. Ausgerechnet der ehemalige NATO-Oberbefehlshaber Lieutenant General Ben Hodges hält es für eine schlechte Idee. Ausgerechnet deswegen, weil er als ein ausgesprochen antirussischer Falke gilt, verpasst er nun solchen Plänen einen Dämpfer. Für ihn wäre es ein "unvernünftiger Zug" von Washington, wenn sich die US-Regierung tatsächlich von den Polen dazu verleiten ließe, eine oder mehrere Basen in dem osteuropäischen Land zu errichten. Man würde damit "russische Ängste nähren", was nur zu einer weiteren Spaltung der NATO führen könnte. Außerdem hält er neue Stützpunkte in Osteuropa für unnötig, weil durch die gegenwärtigen NATO-Programme die Verteidigung der Mitgliedsstaaten gewährleistet sei und sie damit eine "adäquate Abschreckung gegen einen möglichen russischen Angriff" bieten.

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