"Tötung der Seele Frankreichs" stoppen: Weinkellereien fordern Abschaffung von Gesundheitswarnungen

"Tötung der Seele Frankreichs" stoppen: Weinkellereien fordern Abschaffung von Gesundheitswarnungen
Die Etikettierung von Flaschen mit größeren Gesundheitswarnungen "kriminalisiere" den Wein und schade damit "der Seele Frankreichs", kritisiert ein Zusammenschluss französischer Spitzenweinkellereien Pläne des französischen Gesundheitsministeriums.

Um das Inkrafttreten der angedachten Maßnahme zu verhindern, schrieben 64 große französische Winzer, darunter Domaine de la Romanée-Conti, Yquem, Cheval Blanc, Petrus, Pol Roger und Roederer Champagne, einen offenen Brief, der von der französischen Tageszeitung Le Figaro veröffentlicht wurde. Der Vorschlag, Flaschen künftig mit zwei Zentimeter breiten roten Etiketten zu kennzeichnen, war im letzten Monat an die Standesvertreter aus dem Bereich der Winzerei gerichtet worden.

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Jeden Tag empfangen unsere Keller, unsere Weingüter und Schlösser, unsere Weinlandschaften Tausende von Reisenden, die kommen, um dieses Frankreich, den Schoß der Lebenskunst, um die uns die Welt beneidet und in welcher der Wein eine führende Rolle spielt, zu entdecken", heißt es nun in deren Protestbrief.

Die von der französischen Gesundheitsministerin Agnes Buzyn vorgeschlagenen Änderungen zielen insbesondere darauf ab, Verbraucherinnen vor dem Trinken von Wein während der Schwangerschaft zu warnen und minderjährige Kunden daran zu erinnern, dass Wein für sie illegal ist.

Die derzeit geltenden Vorschriften verpflichten die französischen Winzer lediglich, Hinweise auf ihren Flaschen anzubringen, die zum Verzicht auf Alkoholkonsum während der Schwangerschaft aufrufen sollen. Es gibt jedoch keine gesetzliche Mindestgröße oder Farbvorschrift diesbezüglich. Außerdem ist die Adressierung an Minderjährige nicht vorgeschrieben.

Das Gesundheitsministerium plant, den Entwurf "bis Ende des Jahres" in Kraft zu setzen, berichtet The Telegraph. Der Schritt wurde Berichten zufolge durch Daten des Nationalen Instituts für Gesundheit und medizinische Forschung ausgelöst, aus denen hervorging, dass 25 Prozent der schwangeren Frauen in Frankreich weiterhin Alkohol trinken. Gleichzeitig versucht die Regierung, dem Phänomen zunehmender Jugendalkoholexzesse Herr zu werden.

Die französischen Winzer sind jedoch der Meinung, dass das Ministerium nur "Angst verbreiten" möchte. Die Weingüter halten diese Maßnahme für ineffizient und drängen die Regierung dazu, stattdessen mehr für gezielte Kampagnen auszugeben, die einen sicheren Weinkonsum fördern.

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