New-York-Times-Kommentator: Merkel muss abtreten

New-York-Times-Kommentator: Merkel muss abtreten
Zunehmend einsam: Bundeskanzlerin Angela Merkel
Noch im November 2016 adelte die New York Times Angela Merkel als Verteidigerin des freien Westens. Nun scheint der Kredit der Kanzlerin aufgebraucht zu sein: In einem Meinungsbeitrag fordert ein Kolumnist der Zeitung Merkels Rücktritt.

Nach der Wahl Donald Trumps im November 2016 erklärte die New York Times Bundeskanzlerin Angela Merkel zur "letzten Verteidigerin des liberalen Westens". Dieses Ansehen scheint nach Beginn ihrer vierten Amtszeit aufgebraucht zu sein. Bret Stephens, Kolumnist der Zeitung, fordert jetzt in einem Meinungsbeitrag den Rücktritt der Kanzlerin.

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In seinem Beitrag kritisiert Stephens zunächst die Europäische Union. Diese sei auf einem schlechten Weg. Der Autor sieht eine ganze Reihe von Problemen: die europäische Flüchtlings- und Integrationspolitik, die wirtschaftliche Lage und hohe Arbeitslosigkeit, die außenpolitische Verwundbarkeit gegenüber Russland und die Abhängigkeit von den USA, schließlich die Geringschätzung für die Demokratie, die zu einer ablehnenden Haltung der Bevölkerung gegenüber der Politik geführt habe.

Dann wendet sich Stephens Deutschland zu. Das Land sei mittlerweile von der europäischen Krise angesteckt worden. Die Asyldebatte sieht Stephens dabei nur als Teil des Problems. Die tiefere Ursache sieht er in einer Verschiebung der CDU nach links, die auch die bayerische Schwesterpartei CSU unter Druck setze. Die Verantwortung dafür sieht er bei Merkel, ebenso die für die Flüchtlingskrise und den Brexit:

Merkel hat die Bedingungen geschaffen, die für die Gegner des europäischen Ideals eine ideale Vorlage darstellten. Sie war dagegen, die Anzahl der Asylsuchenden in Deutschland zu begrenzen, und forderte dann von anderen europäischen Ländern, sie aufzunehmen. Dies bot den Brexit-Befürwortern mit fast absoluter Sicherheit genau die politischen Situation, die sie für das Referendum brauchten.

Merkels Versagen besteht für Stephens darin, dass sie aufgehört habe, konservativ zu sein. So wie die Dinge stünden, werde sie wahrscheinlich als unfreiwillige Zerstörerin der der EU in Erinnerung bleiben. 13 Jahre im Amt seien genug, so Stephens, der seine Abrechnung mit der Kanzlerin mit dem Urteil schließt:

Es steht zu viel auf dem Spiel, um einen Wirrkopf wie Merkel weitermachen zu lassen.

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