Mysteriöse Krankheit: Russischer Ex-Doppelagent musste ins Krankenhaus eingeliefert werden

Mysteriöse Krankheit: Russischer Ex-Doppelagent musste ins Krankenhaus eingeliefert werden
Britische Polizisten bewachen den Ort, an dem beide Personen aufgefunden wurden.
In der südenglischen Stadt Salisbury sind zwei Menschen mit Verdacht auf Vergiftung durch eine "unbekannte Substanz" in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Bei einer der Personen soll es sich um einen ehemaligen russischen Doppelagenten handeln.

Nachdem sie einer unbekannten Substanz ausgesetzt waren, sind am Wochenende ein Mann und eine Frau in der südenglischen Stadt Salisbury in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Nach Polizeiangaben ist der Mann etwa 60 Jahre alt. Bei der zweiten Person handele es sich um seine etwa 30 Jahre alte Begleiterin. Beide befinden sich der Mitteilung zufolge in einem kritischem Zustand. Sie wurden bereits am Sonntag bewusstlos in der Nähe eines Einkaufszentrums von Passanten entdeckt.

Die Polizei sprach von einem "schweren Vorfall", eine ganze Reihe von Behörden sei eingeschaltet worden. Noch sei nicht klar, ob eine Straftat vorliege. Auf Fernsehbildern waren Einsatzkräfte in Schutzanzügen zu sehen, die den Fundort der Verletzten reinigten.

Wir wollen den Menschen versichern, dass wir Vorfälle dieser Art extrem ernst nehmen", hieß es in der Mitteilung der Polizei.

Trotzdem gehe man nicht davon aus, dass eine Gefahr für die Öffentlichkeit bestehe.

Dem Salisbury Journal zufolge gehen die Einsatzkräfte davon aus, dass die synthetische Droge Fentanyl für die Symptome verantwortlich ist. Das heroinähnliche synthetische Rauschgift wird in der Drogenszene immer häufiger verwendet. Augenzeugen berichteten gegenüber dem Sender BBC, dass beide sich merkwürdig verhielten, bevor sie kollabierten. 

Bei dem Mann soll es sich der BBC zufolge um einen ehemaligen russischen Spion namens Sergei Skripal handeln. Der Russe arbeitete als Doppelagent für den britischen Geheimdienst MI6 und wurde im Jahr 2006 in Russland verhaftet, nachdem er die Namen russischer Geheimagenten an westliche Geheimdienste weitergegeben hatte. Russland hatte vier Gefangene im Austausch gegen zehn US-Spione freigelassen. Im Rahmen eines Gefangenenaustauschs 2010 kam Skripal nach Großbritannien.

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